Schwedische Spione im englischen Lager?Foto: CARL DE SOUZA (AFP)
"Roygate": Schwedische "Agenten" verärgern England
Die Spione kamen aus der Kälte: Schwedische Reporter, die die Taktik der englischen Nationalmannschaft für das EM-Duell mit der Tre Kronor ausspioniert haben, sorgen im Fußball-Mutterland für Empörung. "Spione im englischen Lager", schrieb der Daily Star, die Mail on Sunday berichtete von einer "Sicherheitslücke" im englischen Lager, und der Sunday Mirror schrieb beunruhigt von "Roygate".
Journalisten hatten den englischen Teammanager Roy Hodgson im Vorfeld des Spiels am vergangenen Freitag über ein Dachfenster dabei beobachtet, wie er seine Spieler für die Begegnung instruierte. Ihre Informationen leiteten die "Spione" der Blätter Aftonbladet und Svenska Dagbladet an Schwedens Scout Reine Almqvist weiter - ohne Erfolg: Schweden verlor dennoch 2:3 (0:1).
Die englischen Sonntagszeitungen berichteten zwei Tage nach dem Spiel in großer Aufmachung vom vermeintlichen "Skandal". Die Sun präsentierte einen der Journalisten mit Foto und der Schlagzeile "Ich bin der 007!" Englands Verband FA, hieß es außerdem, habe den Fall untersucht, sehe aber keinen Anlass, bei den Vorbereitungen für das letzte Gruppenspiel gegen die Ukraine am Dienstag in Donezk (20.45 Uhr/ARD) etwas anders zu machen.
Laut Berichten soll Hodgson seinen Spielern unter anderem mit auf den Weg gegeben haben, bei Freistößen des schwedischen Kapitäns Zlatan Ibrahimovic in der Mauer stehenzubleiben; bei Sebastian Larsson oder Kim Källström sollten sie hochspringen. Die Zuteilung bei Standards "recherchierten" die "Agenten" ebenso. So sollte sich dabei etwa Andy Carroll um Olof Mellberg kümmern, der im Spiel dann nach einem Freistoß per Kopf zum zwischenzeitlichen 2:1 traf.