Werbung/Ads
Menü

Themen:

Steve Breitkreuz (2. von links) behält im Luftkampf zumeist die Oberhand, wie hier gegen Münchens Abdoulaye Ba sowie seine Mitspieler Fabian Kalig und Sebastian Hertner (von rechts). In dieser Saison hat der Innenverteidiger per Kopf ein Tor erzielt.

Foto: Imago

Die Lufthoheit

Steve Breitkreuz ist der kopfballstärkste Spieler des FC Erzgebirge - und der Dauerbrenner schlechthin. In der Partie gegen Hannover erwartet den Innenverteidiger wieder eine Herausforderung.

Von Sebastian Siebertz
erschienen am 20.04.2017

Aue. Seit Steve Breitkreuz beim FC Erzgebirge Aue unter Vertrag steht, hat er nur zwei Punktspiele verpasst. In 65 von 67 möglichen Ligapartien lief der Innenverteidiger von Beginn an auf. Nach seinem Wechsel von Hertha BSC ins Lößnitztal im Sommer 2015 zwang ihn einmal eine Erkältung und einmal eine Sperre nach der fünften Gelben Karte zum Zuschauen. In der laufenden Saison ist der 25-Jährige der einzige FCE-Profi, der noch keine Pflichtspielminute verpasst hat. Auf der Bank musste er nicht einmal Platz nehmen. "Ich bin auf jeden Fall im Rhythmus", sagt Breitkreuz schmunzelnd. "Daran sieht man auch, dass ich mich hier wohlfühle."

Breitkreuz ist als Stammspieler so unumstritten wie kein anderer Feldspieler der Veilchen. Das hat auch mit den Qualitäten zu tun, die nur wenige im Auer Kader mitbringen: Gardemaß und Kopfballstärke. Der 1,88 Meter große Verteidiger konnte jedoch nicht verhindern, dass Aue in der 2. Bundesliga unter Ex-Trainer Pavel Dotchev 17 Gegentore nach Standardsituationen kassierte. Mit dem Trainerwechsel änderte sich das schlagartig. In sechs Partien unter Domenico Tedesco musste Aue keinen Treffer nach Eckball oder Freistoß schlucken.

Und das hat auch mit Breitkreuz zu tun. Anders als unter Dotchev verteidigt der FC Erzgebirge Standardsituationen nicht ausschließlich im Raum, sondern mit einer Mischung aus Raum- und Manndeckung. "Die gefährlichen Spieler sind gut abgesichert, weil sie sich gegen die Manndeckung und noch gegen die Verteidiger im Raum durchsetzen müssen", erklärt Breitkreuz, der immer direkt dem kopfballstärksten Gegner zugeteilt ist.

Aufgegangen ist auch die von Tedesco eingeführte Dreierkette. Doch am Samstag (13 Uhr/Sky) im Erzgebirgsstadion kann der FCE-Coach gegen Aufstiegsaspirant Hannover 96 nicht auf sein bewährtes Trio setzen. Louis Samson ist nach der fünften Gelben Karte gesperrt. "Klar ist das eine Herausforderung. In der Defensive kommt es auf Automatismen an. Wenn jemand herausbricht, ist es immer schwer für das Team und auch für denjenigen, der ihn ersetzen muss", meint Breitkreuz. "Aber es ist normal in dieser Phase der Saison, dass es zu Sperren wegen Gelben Karten kommt. Wir müssen einfach so viel Qualität haben, um das zu kompensieren."

Breitkreuz - zuletzt stets halblinks - sieht sich gewappnet, Samsons Position im Zentrum zu übernehmen. Die Rolle als Abwehrchef, die er in Dotchevs Viererkette ausfüllte, sollte kein Problem für ihn sein. Ob es dazu kommt, ist offen. "Wir haben schon Ideen, aber es ist noch keine Entscheidung gefallen", antwortet Tedesco auf die Frage, wie er Samson ersetzen will. "Vieles ist denkbar. Wir könnten auch mit Viererkette spielen. Ich könnte Ihnen aber vier oder fünf Namen nennen, die die Position ausfüllen können."

Schwer wird es gegen den aktuellen Tabellenzweiten ohnehin. "Wir müssen mutig spielen, ohne dabei die Deckung zu verlieren. Das ist wie bei einem Zwölfrunden-Boxkampf", sagt Tedesco.

Noch komplizierter sollte es für die Verantwortlichen des FCE werden, Breitkreuz zu halten. Bereits vor der Saison hatte der Verteidiger Begehrlichkeiten der Konkurrenz geweckt. Nun läuft am Saisonende sein Vertrag aus, und der gebürtige Berliner hat seine Zweitligatauglichkeit unter Beweis gestellt. Das Talent aus dem Hertha-Nachwuchs ist in Aue zum Profi gereift - und genauso beantwortet er auch die Fragen nach seiner Zukunft: "Ich habe noch keine Entscheidung getroffen. Ich warte ab, setze mich nicht unter Druck. Bis zum Sommer habe ich hier eine Aufgabe zu erfüllen." Nämlich Zweikämpfe zu gewinnen - am Boden und vor allem in der Luft.

 
© Copyright Chemnitzer Verlag und Druck GmbH & Co. KG
 
0
Lesen Sie auch:
 
Kommentare
0
Kommentieren (für Digital- und Printabonnenten)

 
 
 
 
 
 
am meisten ...
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
|||||
mmmmm