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Soufian Benyamina (Rostock) schießt das 2:0. Soufian Benyamina (Rostock) schießt das 2:0.

Foto: Ralph Köhler/PropictureBild 1 / 4

2:2 gegen Hansa und Feuer unterm Dach

Der FSV Zwickau ist dem Klassenerhalt in der 3. Fußball-Liga wieder ein Stück nähergekommen. Im Duell mit Rostock holten die Westsachsen einen 0:2-Rückstand noch auf.

Von Thomas Prenzel
erschienen am 20.03.2017

Zwickau. Nach vier Siegen in Serie wieder nicht verloren. Der FSV Zwickau bleibt die Mannschaft der Stunde in der 3. Fußball-Liga. Das 2:2-Remis am Montagabend vor rund 7500 Zuschauern im heimischen Stadion fühlte sich wie ein Sieg an. Denn zur Halbzeit lagen die Profis von Trainer Torsten Ziegner, der seinen Fußballlehrer-Ausbildung in Hennef bestanden hat, mit 0:2 zurück. Doch davon ließen sich die Zwickauer nicht entmutigen. Ronny König köpfte in der 85. Minute zum viel umjubelten Ausgleich in die Maschen. "Wir haben Moral gezeigt und an uns geglaubt. Das war der Schlüssel", sagte Torschütze König nach der Partie. Mit 37 Zählern bleibt der FSV im gesicherten Mittelfeld und hält zudem Hansa auf Distanz.

Wer hätte das nach der 0:5-Klatsche in Rostock überhaupt noch gedacht, dass sich die Traditionsvereine in der Rückrunde in dieser Konstellation wiedertreffen und Zwickau bereits mit zwei Punkten mehr auf dem Konto in dieses Duell mit dem Ex-Bundesligisten startet. Bei Hansa saß der im Hinspiel beste Mann im Ostseestadion, Timo Gebhart, zunächst auf der Reservebank.

Sein 28. Punktspiel für den FSV bestritt Johannes Brinkies. Der 23-Jährige, der zuvor an Rostocks Stammkeeper Marcel Schuhen nicht vorbeikam, schlug nach seinem Wechsel vergangenen Sommer in Zwickau bestens ein und gehört zu den absoluten Leistungsträgern in der Elf von Torsten Ziegner. Am Montag konnte Brinkies zwei Gegentore nicht verhindern. Bereits zur Pause lag sein Team 0:2 zurück. Alles sah nach einer Niederlage aus.

Aber der Reihe nach: Ziegner entschied sich für die Lösung mit Robert Koch auf der linken Offensivseite für den verletzten Christoph Göbel (Kreuzbandriss), der vor der Partie mit Sprechchören vom Publikum gefeiert wurde. Ansonsten vertraute der Coach jener Elf vom 2:1-Sieg in Regensburg, diesmal mit der Variante Morris Schröter als rechter Verteidiger und einem offensiven Patrick Göbel davor.

Nach vier Siegen in Serie strotzten die Westsachsen vom Anpfiff weg vor Selbstbewusstsein. Doch ihre breite Brust mussten die Gastgeber nach wenigen Minuten gleich wieder mit in die Kabine nehmen. Weil in beiden Fanlagern Feuerwerkskörper und Rauchbomben gezündet wurden, unterbrach Schiedsrichter Müller, der passenderweise aus Löschgau kam, die Partie.

Nach dem Wiederanpfiff entwickelte sich zunächst ein Spiel ohne große Torchancen auf beiden Seiten. Die erste hochkarätige Möglichkeit nutzte Hansa aber sofort. In der 35. Minute setzte sich Benyamina auf dem linken Flügel durch. Nach seiner präzisen Flanke brauchte Andrist am langen Pfosten nur noch den Fuß hinhalten: 0:1. Und quasi mit dem Pausenpfiff kassierten die Zwickauer das 0:2. Nach der sechsten Rostocker Ecke staubte Hansa-Stürmer Benyamina aus Nahdistanz ab.

Während die Gästemannschaft auf dem Rasen überzeugte, benahmen sich einige Anhänger im Rostocker Fanblock weiter daneben. Dafür machten es die Zwickauer Spieler in der zweiten Halbzeit besser. Ziegner brachte Nietfeld für Öztürk. Der Anschlusstreffer fiel nach einer Ecke. Robert Koch staubte ab, musste anschließend aber - mit der Gelben Karte belastet - vom Platz. Dann flankte Patrick Göbel in der 85. Minute auf den Kopf von König, der cool einnickte. Nach Abpfiff feierten die FSV-Anhänger ihre Mannschaft.

Die Partie musste zu Beginn unterbrochen werden, nachdem immer wieder Feuerwerkskörper gezündet wurden.

Foto: Imago

Statistik

FSV: Brinkies - Schröter (75. Bär), Wachsmuth, Acquistapace, Miatke (V) - Lange (V) - P. Göbel, Könnecke, Koch (V/62. Frick) - König, Öztürk (46. Nietfeld).

Hansa: Schuhen - Ahlschwede, Henn, Hoffmann, Holthaus (55. Quiring) - Erdmann (V), Bischoff - Andrist (81. Grupe), Gardawski - Benyamina, Väyrynen (73. Gebhart).

Schiesrichter: Müller (Löschgau)

Zuschauer: 7540

Tore: 0:1 Andrist (35.), 0:2 Benyamina (45.), 1:2 Koch (59.), 2:2 König (85.)

 

Stimmen zum Spiel

Patrick Göbel, FSV-Spieler: "Wir haben uns zur Halbzeit eingeschworen, dass wir mindestens noch einen Punkt erkämpfen wollen. Ich denke nicht, dass wir unbewusst in der ersten Halbzeit ein paar Prozente weniger eingebracht haben. Das ist halt 3. Liga, da sind die Chancen immer 50:50. Nach unserer katastrophalen Hinrunde sind wir jetzt auf dem richtigen Weg."

Jonas Nietfeld, FSV-Stürmer: "Klar wurmt es mich, wenn ich nicht von Beginn an spiele. Wichtiger ist aber, dass wir uns nach dem 0:2 nicht ergeben haben. In der Hinrunde wären wir wahrscheinlich nach dem Rückstand zusammengebrochen. Man sieht also, dass wir dazugelernt haben."

 
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