Präsident Engelbert Kupka hört nach 39 Jahren auf

Foto: (SpVgg Unterhaching)

Unterhaching: Kupka zieht sich zurück

Nach über 39 Jahren hat Engelbert Kupka seine Präsidenten-Ära bei Fußball-Drittligist SpVgg Unterhaching beendet. Bei einer außerordentlichen Mitgliederversammlung wurde am Donnerstagabend der frühere Nationalspieler Manfred Schwabl zum Nachfolger des 73-Jährigen gewählt. Kupka war im Juni 1973 Vorstand der Rand-Münchner geworden und hatte den Verein 1999 bis in 1. Bundesliga geführt.

In den letzten Jahren seiner Amtszeit machte die SpVgg jedoch zumeist mit negativen Schlagzeilen auf sich aufmerksam. Haching stand im Oktober 2010 am Rande der Insolvenz, nachdem es auf den mutmaßlichen Hochstapler Franco Levis hereingefallen war. Im Dezember 2010 hatte Kupka daraufhin bereits auf ärztlichen Rat seinen Rückzug angekündigt. Letztlich blieb der Rechtsanwalt und frühere Landtagsabgeordnete aber noch weitere 18 Monate in der Verantwortung.

Im Sommer 2011 und in diesem Jahr erhielten die Rot-Blauen nur mit großer Mühe und unter Auflagen vom Deutschen Fußball-Bund (DFB) eine neue Lizenz. 2011 verließ auch deshalb Klaus Augenthaler, Weltmeister von 1990, den Klub, dieses Jahr ging in Heiko Herrlich erneut ein Trainer nach nur einer Saison. Auch im Präsidium und der Geschäftsstelle gab es muntere Personalwechsel. Unter anderem war die Installation von Ex-Bundesligaprofi Francisco Copado als Sportdirektor ein Fehlschlag.

Neben Kupka zog sich auch der mächtige Schatzmeister und Schwiegervater von Copado, Anton Schrobenhauser, aus dem Vorstand zurück. Aus dem alten Gremium bleibt lediglich Vize-Präsident Peter Wagstyl. Neben Schwabl rückt der Münchner Immobilienunternehmer Rainer Beck ins Präsidium, der bei Eishockey-Zweitligist Landshut Cannibals Alleingesellschafter ist und einst auch bei 1860 München einsteigen wollte.

Schwabl, der 2010 als Nachwuchskoordinator in den Verein kam und bis zuletzt als Sportlicher Leiter arbeitete, möchte in Zukunft konsequent auf die Jugend setzen und eine solide Basis schaffen. Der 46-Jährige setzt auch auf den Rat und das Netzwerk des früheren Hauptsponsors Erich Lejeune, der die SpVgg zu Erstligazeiten finanziell unterstützte und für den ein Platz im Präsidium freigehalten wird. Die kommenden Saison bestreitet die SpVgg mit einem Etat, der nur rund eine Million Euro beträgt. Ziel ist der Klassenerhalt.

 
erschienen am 28.06.2012
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