Das EU-Parlament fordert einheitliche SanktionenFoto: (Firo)
EU-Parlament: Härteres Vorgehen gegen Korruption
Nach dem größten Wettskandal in der Fußball-Geschichte hat das Europaparlament eine härtere Gangart gegen Korruption im Sport gefordert. Dazu sollten die 27 EU-Staaten einheitliche und harte Sanktionen einführen, verlangte das Straßburger Parlament am Donnerstag.
Alle Akteure im Sportbereich - Verbände, Klubs, Anbieter von Wettspielen sowie Polizei- und Justizbehörden - werden aufgefordert, ihre Anstrengungen zu bündeln. Beispielsweise sollten sie Informationen und bewährte Praktiken gegen Korruption im Sport austauschen, schlugen die Abgeordneten vor.
Die EU-Mitgliedstaaten forderte das Europarlament auf, Informationen über in Korruptionsfälle verstrickt Personen auszutauschen. Damit könne leichter verhindert werden, dass diese ihre illegalen Geschäfte in ein anderes EU-Land verlegten. Ferner regten die Abgeordneten an, gemeinsame Ermittlungsgruppen einzurichten, die EU-weit gegen illegale Glücksspiele im Internet und anonyme Wetten vorgehen sollten.
Die europäische Polizei Europol hatte Anfang Februar mitgeteilt, dass es zwischen 2008 und 2011 insgesamt 380 manipulierte Spiele gegeben haben soll. In 300 weiteren verdächtigen Fällen würden noch die Ermittlungen laufen. Laut Europol steckt hinter diesen Machenschaften ein umfangreiches Netz zur Manipulation von Spielausgängen. Drahtzieher ist demnach ein Kartell in Singapur, das dank Spielabsprachen rund acht Millionen Euro kassiert haben soll.
Der Polizeiorganisation mit Sitz in Den Haag zufolge stehen 425 Menschen in Verdacht, an den Machenschaften mitgewirkt zu haben - vor allem Schiedsrichter, Präsidenten von Fußballklubs und Spieler. Von ihnen leben nach Auskunft des Polizeichefs von Bochum, Friedhelm Althans, 151 in Deutschland und 66 in der Türkei.