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CFC-Routinier Julius Reinhardt: "Wenn das Flutlicht angeht, ist der Rest vergessen."

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Sachsenpokal-Finale winkt: CFC und Zwickau treffen sich auf Augenhöhe

Es ist wieder Derbyzeit: Am Mittwochabend geht es im Duell Chemnitzer FC gegen FSV Zwickau nicht um Punkte, sondern um den Einzug ins sächsische Pokalfinale. Für beide Kontrahenten viel mehr als eine Prestigefrage.

Von Thomas Scholze und Gerd Daßler
erschienen am 18.04.2017

Chemnitz/Zwickau. Nebensache Landespokal - ganz gewiss nicht. Gepresst in den engen Spielplan der Dritten Liga, kämpfen Gastgeber Chemnitzer FC und Sachsenrivale FSV Zwickau am Mittwoch (Anstoß 19.30 Uhr) um das Ticket fürs Endspiel, in dem (voraussichtlich am 24. Mai) Regionalligist Lok Leipzig als Gegner wartet. Der Sieger des Wettbewerbs löst das Ticket für die erste Runde des DFB-Pokals. "Das Spiel ist also von enormer Bedeutung für den Verein", sagt CFC-Sportdirekor Stephan Beutel, "der Gewinn des Sachsenpokals ist eines von zwei Saisonzielen. Damit verbunden wären zusätzliche Einnahmen in Höhe von etwa 150.000 Euro." Geld, das in die leere Kasse in Chemnitz genauso gut passen würde wie in die in Zwickau. "Es wird sehr brisant", ahnt auch der Chemnitzer Trainer Sven Köhler, "und umkämpft. Das ist jetzt ein Duell auf Augenhöhe, wie wir das noch vor einem Vierteljahr kaum für möglich gehalten hätten. Nach ihrer tollen Erfolgsserie in diesem Frühjahr werden die Zwickauer hier mit ganz viel Selbstvertrauen auflaufen."

Genau diese Erfolgsserie riss aber am letzten Samstag bei der 1:2-Schlappe des FSV in Lotte. Dass die Niederlage Auswirkungen auf das heutige Spiel haben wird, glaubt Patrick Göbel nicht: "Jede Serie geht einmal zu Ende. Wir treten mit breiter Brust beim CFC an. Die Chancen stehen 50:50, die Tagesform wird entscheiden." Der 23-Jährige ist einer von fünf Spielern des aktuellen FSV-Kaders, die vor zwei Jahren im Endspiel gegen den CFC im Sportforum Sojus dabei waren. Neben Patrick und Christoph Göbel waren auch Robert Paul, Oliver Genausch und Davy Frick am Ball. Während Christoph Göbel diesmal verletzt ausfällt, werden Paul und Genausch nicht in der Startelf spielen.

Patrick Göbel kann sich noch genau an das 0:2 am 13. Mai 2015 erinnern: "Im Sojus herrschte tolle Stimmung. Durch einen dummen Ballverlust im Mittelfeld konnte Frank Löning den CFC in Führung bringen. Mit einem Treffer der Marke Tor des Monats hat Philip Türpitz dann Mitte der zweiten Halbzeit auf 2:0 erhöht. Wir hatten auch einige gute Chancen, sind aber am starken Keeper Philipp Pentke gescheitert." Der Chemnitzer Sieg sei verdient gewesen, weil man in den entscheidenden Situationen den Klassenunterschied einfach bemerkt habe.

Einen Klassenunterschied gibt es nicht mehr, der FSV kommt nicht als Außenseiter. "Wir wollen unser Spiel durchziehen, dem CFC mit frühem Pressing Probleme bereiten und attackieren", kündigt Flügelflitzer Göbel an, der in den letzten Wochen auf der rechten Seite immer besser mit Morris Schröter harmonierte. Was den Zwickauern auch hilft, ist der Blick zurück aufs Ligaspiel vor fünfeinhalb Wochen. Da gewann der FSV in Zwickau durch ein Eigentor von CFC-Profi Dennis Grote mit 1:0. Bester Zwickauer war da sein Bruder Christoph, der sich drei Tage später in Regensburg am Kreuzband verletzte.

Bei den Himmelblauen erinnert man sich da lieber an das Hinrundenderby. Das gewann der CFC Mitte September durch einen Danneberg-Treffer - ebenfalls mit 1:0. Unter Flutlicht, so wie am Mittwoch. "Und wenn das Licht angeht, ist der Rest ohnehin vergessen. Ich sehe das nicht als Belastung, sondern eher als eine große Chance für uns", sagt CFC-Mittelfeldmann Julius Reinhardt, der sich nach langer Durststrecke mit einer starken Leistung beim 4:2-Erfolg gegen Wehen endlich ins Rampenlicht und wohl auch für Mittwoch wieder in die Startelf spielen konnte. Verzichten muss Sven Köhler auf die verletzten Philip Türpitz und Kevin Conrad, mit der Rückkehr von Marc Endres und Jamil Dem rechnet in dieser Saison keiner mehr. Wieder fit und dabei ist Fabian Stenzel.

In der Zwickauer Startelf wird es eine Veränderung gegenüber dem Lotte-Spiel geben. Mike Könnecke kehrt nach einer Gelbsperre auf die Zehnerposition im offensiven Mittelfeld zurück. Ein leichtes Fragzeichen steht hinter dem Einsatz von Ronny König, der in Lotte mit einer Oberschenkelprellung ausgewechselt werden musste. "Ich gehe davon aus, dass ich spiele. Ein Pokalhalbfinale beim CFC kann ich mir nicht entgehen lassen", betont der Torjäger, der in dieser Saison in der Liga schon zwölfmal erfolgreich war. Getroffen hat König auch bereits im Sachsenpokal: beim über 120 Minuten schwer erkämpften 2:1-Erfolg des FSV in Auerbach.

Voraussichtliche Aufstellungen - Chemnitzer FC: Kunz - Stenzel (Bittroff), Mbende, Dabanli, Cincotta - Reinhardt - Mast, Jopek, Fink, Grote - Frahn (Hansch). FSV Zwickau: Brinkies - Schröter, Wachsmuth, Acquistapace, Lange - P. Göbel, Frick, Könnecke, Miatke - Nietfeld, König (Öztürk).

 
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