Zorc hält Hummels für den besten Innenverteidiger

Foto: PATRIK STOLLARZ (AFP)

Hummels für Zorc bester deutscher Innenverteidiger

Michael Zorc sieht keinen Grund für Bundestrainer Joachim Löw, die Double-Gewinner von Borussia Dortmund bei der Fußball-EM in Polen und der Ukraine (8. Juni bis 1. Juli) nicht in der Startelf der Nationalmannschaft aufzubieten. "Es gibt keinesfalls einen Mangel an internationaler Klasse, wenn überhaupt fehlt ihnen noch ein wenig internationaler Erfahrung. Der Bundestrainer sollte wissen, dass er sich auf unsere Spieler verlassen kann", sagte der BVB-Sportdirektor in einem Interview im Fachmagazin kicker.

Darüber hinaus ist Zorc der vollen Überzeugung, dass Mats Hummels "der beste deutsche Innenverteidiger" ist. Es sei durchaus nicht so wie von Löw stets beanstandet, dass "er bei uns nur mit langen Bällen von hinten heraus operiert", sagte der 49-Jährige über Hummels, der am Samstag seinen Vertrag beim BVB vorzeitig bis 2017 verlängert hatte.

"Mats variiert zwischen kurzen und langen Aufbaupässen. Selbst wenn er sich für die Nationalmannschaft umstellen müsste, sollte das kein Problem sein", ergänzte Zorc. Löw plant aller Voraussicht nach für das EM-Auftaktspiel der DFB-Auswahl am Samstag gegen Portugal mit dem Duo Per Mertesacker (FC Arsenal) und Holger Badstuber (Bayern München).

Mit der Vertragsverlängerung von Hummels hat der BVB einen weiteren Leistungsträger langfristig gebunden. Zorc unterstrich nochmals, dass auch Torjäger Robert Lewandowski über 2014 und dessen Landsmann Jakub Blaszczykowski über 2013 hinaus in Dortmund gehalten werden sollen. "Wir befinden uns im Dialog", sagte Zorc, wohlwissend, dass Vertragsverlängerungen mit Gehaltserhöhungen verbunden sind. Die Kostenseite wolle man in Zukunft den erhöhten Einnahmen anpassen.

Der BVB wolle seiner Philosophie treu bleiben, "junge, entwicklungsfähige Spieler zu finden, sie weiterzuentwickeln und bei uns auf die nächste Stufe zu hieven". Über die Spekulationen und angebliche Verhandlungen mit dem polnischen Supertalent Rafal Wolski (19) von Legia Warschau sagte Zorc nur: "Kein Kommentar."

Sorgen bereitet Zorc die zunehmende Gewalt in den Stadien. Er hofft auf Selbstreinigungskräfte innerhalb der Fanszene, damit die vergleichsweise wenigen Krawallmacher es nicht "zum Schlimmsten" kommen lassen. "In England ist es mit einer drastischen Erhöhung der Eintrittspreise, mit der Abschaffung von Stehplätzen und Alkoholverboten gelungen, die Gewalt aus den Stadien zu verbannen. Ich hoffe inständig, dass wir in Deutschland nicht so weit gehen müssen", sagte Zorc, zumal in Dortmund die mit einem Fassungsvermögen von 25.000 Zuschauern größte Fan-Stehtribüne Europas steht.

Das sei ein Stück gelebte Fußballkultur in Deutschland, sagte Zorc. In Dortmund seien es nur ein paar hundert gewaltbereite Fans, die den Fortbestand dieser Fußballkultur gefährden: "Sie müssen unsere gesamte Entschlossenheit zu spüren bekommen." Man habe beim BVB unter anderem in neue hochauflösende Kamerasysteme investiert, um "die Täter besser identifizieren und Konsequenzen ziehen zu können".

 
erschienen am 04.06.2012
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