Ist Birk die Lösung für links?
Fußball-Drittligist CFC will seine Serie von fünf Spielen ohne Niederlage in Offenbach fortsetzen
Chemnitz. Die linke Abwehrseite hat CFC-Trainer Gerd Schädlich in der Hinrunde so manches zusätzliche graue Haar verschafft. Neuzugang Thomas Birk, der im Sommer vom Rivalen Erzgebirge Aue zum CFC wechselte, konnte die Erwartungen zunächst nicht erfüllen. Schädlich probierte mit Raphael Schaschko und René Trehkopf weitere Profis auf dieser Position aus. Zudem spielte Dennis Cagara, der zuletzt beim dänischen Erstligisten Lyngby BK kickte, in der Winterpause in Chemnitz vor. Doch weil Cagara noch auf einen lukrativen Vertrag bei Zweitligist FSV Frankfurt hofft, kam der Wechsel nicht zu Stande. Vielleicht ein Glück für Thomas Birk: "Egal wie. Ich will mich jetzt in der ersten Elf festbeißen."
In Chemnitz die Welt einreißen
Für dieses Vorhaben scheint er auf einem guten Weg zu sein. Im besten Saisonspiel vor der Winterpause gegen Saarbrücken (1:0), eine Woche zuvor in Münster (2:2) und auch beim furiosen Auftakt vergangenen Sonnabend gegen Heidenheim (3:0) stand der 23-Jährige in der Startelf. Und Birk erledigte seine Aufgaben so, dass Schädlich auch am Samstag in Offenbach mit dem gebürtigen Wittenberger plant. "Wenn er so weiter spielt, hat er sich diesen Platz verdient", erklärt der Trainer. Er schaut in erster Linie darauf, ob sein linker Verteidiger den Gegenspieler abmeldet und gefährliche Flanken verhindert. Dies klappte in der Hinrunde nicht immer. Von den 19 Partien kam Thomas Birk in zwölf zum Einsatz, spielte aber nur fünfmal über 90 Minuten. "Ich war am meisten selbst mit mir unzufrieden", blickt Birk zurück. Seine Probleme begründet er so: "Ich habe mich zu sehr unter Druck gesetzt und wollte in Chemnitz die Welt einreißen", erzählt der 1,76 m große Linksfuß, wie er sich selbst im Wege stand.
In Aue Klingbeil vor der Nase
Birk stammt aus der Sabinchen-Stadt Treuenbrietzen bei Potsdam, wo er auch beim dort beheimateten SV mit dem Kicken begann. Das Fußball-Handwerk erlernte Birk dann in der Cottbuser Nachwuchsschule, in die er als 15-Jähriger wechselte. 2009 holte ihn Trainer Heiko Weber zum damaligen Drittligisten nach Aue. Doch bei den Veilchen konnte er sich nicht durchsetzen, zumal er die ersten Spiele wegen einer Roten Karte gesperrt war. "Später hatte ich dann in der 2. Liga Kapitän René Klingbeil vor mir. Deshalb wollte ich auch weg", erzählt Birk, der bisher als kleines Nervenbündel galt. Doch Schädlich hofft, dass sich mit zunehmender Spielpraxis dieses Problem löst: "Thomas hat in den vergangenen Jahren selten gespielt. Wenn er richtig im Wettkampfrhythmus ist, wird er bestimmt noch sicherer in seinem Auftreten."
In Offenbach will Birk, der auf dem Chemnitzer Kaßberg mit seiner Frau eine Wohnung bezogen hat, dies erneut beweisen. In der Partie bekommt er vermutlich mit Marcel Wilke für den gelb-gesperrten Toni Wachsmuth einen neuen Mitspieler an die Seite. Und vor ihm könnte in Selim Aydemir für den am Mittwoch an Grippe erkrankten Marcel Schlosser ebenso ein neuer Mann agieren. Was es Birk nicht leichter machen würde. Denn seine Mission lautet, dem Deutsch-Türken, der viel lieber ans Toreschießen als ans Toreverhindern denkt, den Rücken frei zu halten. "Selim denkt immer offensiv, was ja auch richtig ist. Ich glaube aber, dass wir uns als Mannschaft an die 3. Liga gewöhnt haben, unser Abwehrverhalten insgesamt besser geworden ist", meint Thomas Birk zuversichtlich. Sicher hat er einen Teil dazu beigetragen.
Voraussichtliche CFC-Aufstellung: Pentke - Stenzel, Bankert, Wilke, Birk - Sträßer, Tüting (Hörnig) - Garbuschewski, Aydemir (Schlosser) - Dobry, Förster (Fink).