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Ritvars Suharevs aus Lettland war der überragende Akteur beim Bundesligaderby in Plauen.

Foto: Oliver Orgs

Junge Letten setzen Glanzpunkte

Der Chemnitzer AC wurde im Derby der Gewichtheber-Bundesliga seiner Favoritenrolle gerecht. Die Neuzugänge präsentierten sich in starker Form.

Von Martina Martin
erschienen am 23.01.2017

Plauen. Sprecher Ralf Schellenberg brachte es auf den Punkt: "Eine Augenweide, sie heben zu sehen", geriet nicht nur der Plauener mehrfach ins Schwärmen, wenn die beiden Letten auf der Bühne ihre Versuche absolvierten. Auch die Zuschauer applaudierten besonders, wenn Ritvars Suharevs und Rebeka Koha mit fast perfekter Technik die Hantel zur Hochstrecke brachten. Das Duo sorgte am Sonnabendabend für die Glanzpunkte während des Vergleiches in der Gewichtheber-Bundesliga zwischen dem Athletenteam Vogtland (ATV) und dem Chemnitzer AC (CAC), den die favorisierten Gäste erwartungsgemäß mit 771,6:567,4-Punkten klar gewannen. Die 18-jährigen Asse aus dem Baltikum, die aus der Hafenstadt Ventspils kommen, steuerten bei ihrer Premiere die mit Abstand meisten Zähler bei: Suhares als der alles überragender Akteur 171; Koha gleichfalls beachtliche 152.

"Das war schon sehr beeindruckend, was beide zeigten, das sind Ergebnisse auf einem Riesenniveau", applaudierte auch der frühere CAC-Trainer Stefan Grützner, der für den erkrankten Coach Andreas Rehwagen als Betreuer fungierte. "Beide sind noch jung. Deshalb hoffen wir, dass wir sie langfristig an uns binden können und so wieder größere Chanen im Kampf um den Titel besitzen", fügte der 68-Jährige, der sich weiterhin im Vorstand des Vereins engagiert, hinzu. Die Verpflichtung kam dabei kurzfristig zustande. Normalerweise wollte der CAC auf seinen bewährten Stamm bauen, doch zuletzt gab es immer wieder verletzungsbedingte Ausfälle. Philipp Kudzik ist schon längere Zeit nicht dabei. Robby Behm hat seine Zwangspause zwar überwunden, dafür blieb in Plauen Kapitän Max Lang, der sich mit Schulterproblemen herumplagt und mit Blick auf die EM im April nichts riskieren will, nur die Zuschauerrolle.

Erste lose Kontakte zu den Letten ergaben sich am Rande des Pokalturniers in Meißen Mitte November, bei dem Rebeka Koha die Frauenwertung gewann, ihr Teamgefährte mit nur geringen Abstand Dritter bei den Männern wurde. Als dann im Dezember eine konkrete Anfrage kam, brauchte Trainer Eduard Andrusievics nicht lange zu überlegen. "Ich hatte schon einmal einen Athleten, der für Berlin in der Bundesliga hob. Diese Wettkämpfe bieten immer gute Möglichkeiten zum Testen", meinte der Coach, der sich mit seinen Schützlingen aktuell auf die EM vorbereitet. Für diesen Einsatz unterbrachen sie kurzerhand ihren Lehrgang in Rom, reisten am Sonntag bereits wieder nach Italien. "Mir hat es sehr gut gefallen. Es war interessant, im Team zu heben", meinte Rebeka Koha, die als Olympiavierte von Rio ihren bislang größten Erfolg feierte und nun beim kontinentalen Championat im April zu gern eine Medaille erkämpfen möchte. Ritvars Suharevs, der sich gleichfalls auf Anhieb wohl fühlte und wie sie bereits international im Jugend- und Juniorenbereich sehr erfolgreich war, hofft als einer der Jüngsten im Männerbereich auf einen Platz unter den besten sechs.

Rebeka Koha - Gewichtheberin

Foto: Oliver Orgs

Auch die beiden Tschechen im Team der Vogtländer haben die EM fest im Visier. Petr Petrov konnte dabei mit 144 Punkten den Bestwert erreichen, zeigte sich nach sechs gelungenen Auftritten äußerst zufrieden. "Bei der tollen Atmosphäre habe ich mehr geschafft als geplant", freute sich der 28-Jährige. Seine Landsfrau Eliska Pudivitrova, die sich vor der Saison selbst in Plauen gemeldet hatte, konnte zwar nicht ganz ihre Vorgaben erfüllen. Doch nach einem harten Serientraining nahm sie das nicht weiter tragisch, sondern zeigte sich gleichfalls angetan. "Der Wettkampf mit der Mannschaft war wieder schön. Die Leute sind alle immer sehr nett", sagte die 22-Jährige.

Die Gastgeber mit Hebern des AC Atlas Plauen und der TSG Rodewisch ereilten vor dem Derby kurzfristig gleich zwei Absagen von Stammakteuren. Sowohl Edgar Jerke als auch Benjamin Meisel konnten wegen beruflicher Verpflichtungen nicht starten. "Unter diesen Umständen hat sich die Truppe sehr gut geschlagen", resümierte Teamchef Bernd Schmiedel. Ein Sonderlob verteilte er dabei an Tobias Clauß. Der 22-Jährige absolvierte nach langer Pause (Verletzung, Krankheit) in der aktuellen Saison seinen ersten Einsatz in der Bundesliga und trumpfte gleich in allen Disziplinen mit Bestleitungen auf.

 
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