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Mit dem Aufstieg in die Dritte Liga haben die Handballerinnen des HV Chemnitz für den größten Erfolg in der gut 20-jährigen Geschichte ihres Vereinsgesorgt. Entsprechend ausgelassen war nach dem gestrigen, neuerlichen Sieg gegen Zwickau die Stimmung.

Foto: Toni Söll Bild 1 / 2

Ein "geiles Team" holt den Titel - und gewinnt einfach weiter

Die Handballerinnen des HV Chemnitz haben ihr erstes Punktspiel als frischgebackener Meister der Mitteldeutschen Oberliga bestritten. Es war ein harter Kampf - und damit ein Vorgeschmack auf die nächste Saison.

Von Mario Schmidt
erschienen am 20.03.2017

Ein Spaziergang wird das nicht. Dessen waren sich die Handballerinnen des HV Chemnitz vor dem gestrigen Heimspiel gegen den BSV Sachsen Zwickau II bewusst. Als frischgebackener Meister der Mitteldeutschen Oberliga und Aufsteiger in Liga drei trafen sie in der Sachsenhalle auf ein Team, das gegen den Abstieg kämpft. "Schon in Zwickau war es schwer für uns. Wir haben dort nur mit einem Tor Unterschied gewonnen", sagte HVC-Spielerin Melanie Beckert.

Bis in die Schlussphase ging es vor 310 Zuschauern eng zu. Am Ende hatte der verlustpunktfreie Tabellenführer mit 24:21 (13:12) die Nase vorn. Und die Weste soll bis zum Saisonende weiß bleiben. "Wir nehmen jeden Gegner ernst, wollen das Spieljahr mit null Minus- punkten beenden", betonte Melanie Beckert.

Mit ihren Teamgefährtinnen hatte die 27-Jährige gerade eine schwere Entscheidung zu treffen. Die Frage lautete: Sollen wir den Schritt in Liga drei wagen? "Der Sprung dorthin ist hoch, der Niveau-Unterschied zur Vierten Liga deutlich", so Beckert. Hinzu komme die berufliche Belastung der meisten Spielerinnen. "Die ist bei mir besonders hoch. Ich arbeite in Schichten", berichtete die Handballerin, die wie ihre Mannschaftskolleginnen Anja Stöhr und Catrin Grützmann in Dresden wohnt und mit den beiden eine Fahrgemeinschaft bildet.

Schließlich habe man sich entschieden, den Aufstieg als verschworene Einheit durchzuziehen. "Wir sind ein geiles Team und wollen uns auch in Zukunft gegenseitig unterstützen", sagte Beckert. Da nicht immer alle Spielerinnen einsatzfähig sein werden, seien zwei bis drei Neuzugänge notwendig, meint die 27-Jährige. Ansonsten habe die jetzige Mannschaft das Potenzial, sich in der dritthöchsten Spielklasse zu behaupten.

Das sieht auch Trainer Thomas Sandner so. Der Aufstieg in die Dritte Liga als größter Triumph in der gut 20-jährigen Vereinsgeschichte ist eng mit seinem Namen verbunden. In akribischer Kleinarbeit hat er es verstanden, die HVC-Mannschaft seit seinem Amtsantritt vor 13 Jahren Schritt für Schritt besser zu machen. "Natürlich freue ich mich über diesen Erfolg. Es ist sicher nicht selbstverständlich, dass jemand einen so langen Atem beweist", sagte Sandner. Der Meisterschaftsgewinn in der Oberliga sei nicht zufällig zustande gekommen. "Wer in 18 Spielen 18 Siege einfährt, muss eine Menge richtig gemacht haben", erklärte der Coach.

Gerade bei einem Frauen-Team sei es wichtig, nicht nur auf die rein sportlichen Dinge zu achten. "Man muss sein Ohr immer an der Mannschaft haben, sich auch persönliche Probleme der Spielerinnen anhören", betonte Sandner. Vor dem Training oder einer Partie schaue er sich seine Schützlinge genau an. "Es fällt sofort auf, wenn eine schlechter drauf ist als sonst", fügte er hinzu. Dann heißt es, sich um das Sorgenkind zu kümmern. "So etwas muss ein Trainer leisten", ist Sandner überzeugt.

Er lege großen Wert auf Harmonie in der Truppe. Und "Zickenkrieg" ist offenbar ein Fremdwort beim HVC. Wenn mal ein Neuzugang geholt wird, muss es sich um eine echte Teamspielerin ohne Allüren handeln, so Sandner. "Nur wenn sich die Spielerinnen sowohl auf dem Feld als auch außerhalb der Halle gut verstehen, kann man erfolgreich sein", lautet seine Maxime. Der Zusammenhalt wird nächste Saison in Liga drei wichtiger denn je sein. Dann muss jede Spielerin noch einmal deutlich mehr Einsatz und Trainingsfleiß an den Tag legen. Hinzu kommen die teils weiten Fahrten zu Auswärtspartien bis nach Nordrhein-Westfalen. Sandner ist überzeugt, dass sein jetziges Team die Dritte Liga halten kann. "Mut macht uns die Souveränität, mit der wir gerade durch die Ober- liga marschiert sind", ergänzte der Coach.

Nachwuchs-Camp Gemeinsam mit der Kindersportschule der SG Adelsberg veranstaltet der HV Chemnitz am Samstag in der Turnhalle der Körperbehindertenschule (Terra Nova Campus) an der Heinrich-Schütz-Straße ein Handball-Camp für Mädchen von sechs bis zehn Jahren. Beginn: 9 Uhr. Anmeldungen per E-Mail unter info@hvc-online.de oder telefonisch unter 0177 7475373.

 
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