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Blick auf die Eisschnelllaufbahn im Küchwald. Über den Sanierungsbedarf der Anlage gehen die Meinungen auseinander.

Foto: Andreas Seidel

Eisschnelllauf-Verband sieht Bundesstützpunkt gefährdet

Die Freiluftbahn im Küchwald müsse saniert und überdacht werden, fordert der Verband. Deren Präsident zeigt sich zudem irritiert von Äußerungen aus der Betreibergesellschaft der Küchwald-Anlage.

Von Benjamin Lummer
erschienen am 20.02.2016

Rund 130 Sportler der Altersklassen C- und D-Jugend kämpfen heute und morgen im Eisstadion im Küchwald bei den Deutschen Meisterschaften im Eisschnelllauf um Medaillen. Das Oval, auf dem sie dabei ihre Runden drehen werden, gilt seit mehreren Jahren als sanierungsbedürftig. Über das, was genau gemacht werden soll, gibt es jetzt widersprüchliche Angaben von der Deutschen Eisschnelllauf-Gemeinschaft (DESG) und dem Betreiber des Sportkomplexes, der Eissport und Freizeit Gesellschaft.

Hintergrund ist eine Äußerung des neuen Geschäftsführers der Gesellschaft. Sascha Brandt hatte im Interview mit "Freie Presse" gesagt, dass die Eislaufbahn zwar saniert werden müsse. Eine Überdachung der Sportanlage schloss er aber aus. "Diese Option ist vom Tisch", sagte Brandt wortwörtlich. Als Begründung gab er an, dass der Bundesstützpunkt Eisschnelllauf die Forderung nach einer Überdachung aufgegeben habe.

Bei der Deutschen Eisschnelllauf-Gemeinschaft (DESG), die für die Bundesstützpunkte zuständig ist, wundert man sich über die Bemerkung des Geschäftsführers der Betreibergesellschaft. Die Forderung nach einer Überdachung sei nicht aufgegeben worden, teilt DESG-Präsident Gerd Heinze mit. "Im Gegenteil, wir kämpfen weiter für die Realisierung", ergänzt er. Der Geschäftsführer der Betreiber-Gesellschaft habe "den Sachverhalt verkürzt auf die Phase 1 wiedergegeben", so Heinze. Mit "Phase 1" meint der DESG-Präsident einen ersten Sanierungsschritt der Anlage. In diesem sollen unter anderem Rohrsystem und Kühlsystem-Maschinen erneuert werden - und "die baulichen Voraussetzungen für eine Teilüberdachung" geschaffen werden. In einem zweiten Schritt sollte die Bahn überdacht werden, um sie wetterunabhängiger nutzen zu können, fordert Heinze.

Der Verbands-Chef begründet das mit den Anforderungen an Trainings- und Wettkampfstätten für Leistungssport. Wegen zunehmender internationaler Konkurrenz im Eisschnelllauf müssten über das ganze Jahr konstant gute Trainingsbedingungen herrschen. Die gebe es aber auf freiliegenden Bahnen nicht. Die derzeitigen Bedingungen im Küchwald würden "nicht ausreichend den Erfordernissen für ein gutes Training als Bundesstützpunkt und als Landesleistungszentrum" entsprechen, so Heinze.

Der Verbands-Präsident geht noch einen Schritt weiter. Die Anerkennung als Bundesstützpunkt - mit der unter anderem Fördergelder verbunden sind - richte sich unter anderem nach einer "für den Leistungssport gerechten Sportstätte, erklärt Heinze und ergänzt: "Gibt es keine funktionierende Sportstätte (Eisschnelllaufbahn), gibt es keinen Bundesstützpunkt." Der Zustand der Sportstätte gefährde den Nachwuchs- und Kadersport im Land Sachsen und der DESG.

Der Geschäftsführer der Betreibergesellschaft, Sascha Brandt, teilte auf Nachfrage mit, er wolle sich nicht äußern, weil es zu dem Thema "keine einheitliche Meinung" gebe.

Die Stadtverwaltung sieht zwar Sanierungsbedarf an der Anlage. Priorität habe aber das Sportforum, teilt die Pressestelle auf Anfrage mit. Zudem müssten zuerst Bund und Land Fördermittel zur Verfügung stellen, da es sich um einen Leistungsstützpunkt handele. Die DESG gibt sich indes nicht zufrieden. Am Rande der Deutschen Meisterschaften heute und morgen werde man auf die Betreibergesellschaft zugehen, schreibt der Präsident.

 
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