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So sehen Sieger aus: Nach ihrem 79:67-Triumph über das Team aus Heidelberg ließen sich die Niners-Basketballeram Samstagabend von ihren Fans ausgiebig feiern.

Foto: Toni Söll

Nach dramatischem Spielverlauf: Niners erkämpfen Heimsieg

Die Chemnitzer Basketballer haben vor mehr als 2000 Zuschauern das Team aus Heidelberg bezwungen. Nach der Partie wurde auch ein Spieler gefeiert, der sich zurzeit auf Krücken fortbewegt.

Von Mario Schmidt
erschienen am 20.03.2017

Was sich in den letzten Sekunden des dritten Viertels ereignete, war weitaus mehr als nur ein Ball- gewinn. Martin Seiferth von den Chemnitzer Niners eroberte mit letztem Einsatz das Spielgerät. Im Fallen und mit dem Rücken zum Spielfeld warf er den Ball Richtung gegnerischer Korb. Sein US-amerikanischer Teamgefährte Craig Bradshaw konnte den Pass aufnehmen und markierte in der Schluss- sekunde des Viertels zwei Punkte zum Zwischenstand von 47:53. Noch lagen die Gastgeber im Duell der 2. Basketball-Bundesliga gegen Heidelberg zurück.

Doch die Aktion von Seiferth war die Initialzündung, ein Zeichen an Publikum und Mannschaft: Wir geben dieses Spiel nicht verloren! Der 2,08 Meter große Berliner sprach später von einem Weckruf. "Als ich den Ball nach hinten geworfen habe, wusste ich nicht, dass Craig dort stand. Zum Glück war er zur Stelle", sagte Seiferth. Nachdem die Niners vor rund 2100 Zuschauern in der "Hartmannhölle" die ersten drei Spielabschnitte jeweils knapp verloren hatten, brannten sie im letzten Viertel ein Feuerwerk ab und landeten einen kaum noch für möglich gehaltenen 79:67-Heimerfolg - und das in einer besonders wichtigen Begegnung: Es war das vorentscheidende Duell um Platz vier, der den Heimvorteil in den Playoffs sichert. Die Schützlinge von Trainer Rodrigo Pastore können sich jetzt in den restlichen drei Partien in Nürnberg, gegen Essen und bei Schlusslicht Dresden sogar eine Niederlage leisten. "Wir werden aber jeden dieser Gegner ernst nehmen und wollen alle drei Spiele gewinnen", kündigte Seiferth an.

Gegen die Heidelberger hatte es am Samstagabend lange Zeit nicht nach einem Triumph ausgesehen. Der Kontrahent hatte vor allem bei den Drei-Punkt-Würfen klar die Nase vorn, schockte das Publikum regelmäßig mit traumhaft sicher verwandelten Bällen aus der Distanz. Beim Zwischenstand von 23:34 gut zwei Minuten vor der Halbzeit lag zum ersten Mal so etwas wie Verzweiflung auf einigen Zuschauer- Gesichtern. "Geht das heute in die Hose?", fragte ein Besucher seinen Nachbarn. Ging es nicht, weil die Niners im letzten Viertel den Turbo einschalteten. "Sie haben sich dann in einen Rausch gespielt", stellte Gäste-Trainer Branislav Ignjatovic leicht zerknirscht fest.

Der Vorsprung seiner Mannschaft schmolz wie Schnee in der Märzensonne. In der 33. Minute schien das Publikum auszuflippen, als Virgil Matthews die Chemnitzer mit einem Dreier 57:55 in Führung brachte. Es dauerte nicht mehr lange, und der Widerstand der Heidelberger war gebrochen. So stand zum Schluss ein Ergebnis von 79:67 an der Anzeigetafel, das dem Spielverlauf nicht gerecht wurde. Aber das konnte den Niners herzlich egal sein.

Gänsehaut pur gab es nach Spiel- ende, als ein Chemnitzer Korbjäger mit Sprechchören gefeiert wurde, der sich zurzeit nur auf Krücken fortbewegen kann. Daniel Mixich ist außer Gefecht, seit er vor knapp zwei Wochen im Training böse umgeknickt ist und sich einen Anriss des Syndesmosebandes im rechten Sprunggelenk zugezogen hat. Von den Sympathiebekundungen der Fans war der 19-Jährige sichtlich gerührt. "Ein unbeschreibliches Gefühl. Die Verletzung zieht mich runter - kurz vor den Playoffs umso mehr", sagte Mixich. Aus der Reaktion des Publikums könne er aber zusätzliche Motivation schöpfen, um schnellstmöglich zu genesen. Allerdings ist Geduld gefragt: Im Viertelfinale der Aufstiegsrunde, das am 7. April beginnt, sei an einen Einsatz noch nicht zu denken, erklärte der Sohn rumänischer Eltern. Damit ist der Auftrag an seine Mannschaftskameraden klar: Sie sollten unbedingt das Playoff-Halbfinale erreichen, damit Sportfreund Mixich in dieser Saison noch ein paar Einsätze bestreiten kann.

 
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