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Das Finalduell: Jonny Ossowski (rechts) vom BC Erzgebirge Breitenbrunn unterlag Uwais Tschupanow vom SV Schwarzenberg, der die Goldmedaille allerdings schon auf der Waage verlor.

Foto: Katja Lippmann-Wagner

600 Gramm zu viel kosten den Titel

Zwei Tage lang sind in der Ritter-Georg-Halle in Schwarzenberg die Fäuste geflogen. Zwar gab es für die Gastgeber in Sachen Organisation viel Lob. Aber keinen Sieg bei der Sachsenmeisterschaft.

Von Katja Lippmann-Wagner
erschienen am 20.03.2017

Schwarzenberg. Mental sichtlich angeschlagen ist gestern Nachmittag René Escher, Trainer und Abteilungsleiter Boxen beim SV Schwarzenberg, gewesen. Sein Schützling Uwais Tschupanow, der am Wochenende seine ersten zwei Kämpfe bestritt, gewann zwar sein Finalduell gegen Jonny Ossowski vom Boxclub Erzgebirge Breitenbrunn. Doch der Sachsenmeistertitel in der Schülerklasse bis 40 Kilogramm blieb Tschupanow trotzdem verwehrt.

"Er war genau 600 Gramm zu schwer", sagte Ringsprecher Arnd Escher. Damit war der Titel passé. Schon am Sonnabend hatte der Junge mit dem geforderten Gewicht Probleme, wog 800 Gramm mehr als erlaubt. Da konnte sein Trainer noch helfen. "Er musste sie abkochen", so Escher. Das heißt in diesem Fall: dicke Jacke an, laufen, schwitzen. Es klappte. "Bemerkenswert war, dass er danach noch eine solche Leistung zeigte und seinen Kampf gewann. Das war enorm", lobte Escher. Doch am Sonntag war das Ende der Fahnenstange erreicht - wegen Übergewichts ging der Sachsenmeistertitel verloren. Eine bittere Sache für den SV Schwarzenberg, der für die Organisation der Landestitelkämpfe der Schüler und Kadetten viel Lob erhielt.

Damit aber nicht genug. Auch Eschers Sohn Evan konnte keinen Titel bejubeln. In einem ganz engen Kampf verlor der Junge aus Breitenbrunn gegen Delian Krause vom MSV Bautzen. "Es war ein knappes Ding. In der zweiten Runde gab es für den Bautzener eine Verwarnung, diese Runde war also weg. Und über die erste und dritte Runde kann man sich streiten", so René Escher, der regelrecht sauer war. "Es ist ein Kampf auf Augenhöhe gewesen, obwohl Krause mit 43 Kämpfen viel mehr Erfahrung hat."

Mike Junghans von der SG Neuwelt schickte acht Boxer in den Ring. Zwei davon in Schauduellen. "Der Wettkampf ist ordentlich organisiert. Sportlich lief es auch gut für uns", so Junghans. Etwas enttäuscht war er darüber, dass sich für Talent Emma Wolf keine Gegnerin fand. "Sie hat sich kampflos für die mitteldeutsche Meisterschaft qualifiziert." Das Mädchen sei stark, habe immerhin schon die amtierende deutsche Meisterin bezwungen. "Deshalb will keine mehr gegen sie kämpfen."

Für Paul Matatsch, der an der Sportschule in Chemnitz trainiert, aber für die SG Neuwelt startet, bedeutete die Sachsenmeisterschaft in Schwarzenberg eine Art Heimspiel. "Es ist etwas Besonderes, hier zu boxen. Viele Freunde sind da, wollen wissen, wie es mir geht", so der Athlet, der bei den Kadetten bis 52 Kilogramm das Finalduell gegen Favorit Nuradil Utsumiev (SC Borna) nach Punkten verlor.

Peter Wagner vom Boxclub Erzgebirge lobte den Wettstreit. "Der Ablauf funktioniert bestens. Schade nur, dass so wenige Zuschauer da sind. Früher waren die Hallen voll."

 
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