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Video von Festnahme sorgt für Entrüstung

Fußball: Fanbetreuung des FC Erzgebire Aue bittet um Hinweise

Von Kjell Riedel
erschienen am 19.04.2017

Nürnberg. Es sind heftige Bilder, die das Video von der Festnahme eines Fans des FC Erzgebirge Aue nach dem Zweitliga-Spiel am Sonnabend in Nürnberg zeigen. Sie machten im Internet in Windeseile die Runde. Vor allem das Ende der von einem anderen Veilchen-Anhänger aufgezeichneten Sequenz schockiert und löst Entrüstung aus. Da tritt ein Polizist scheinbar völlig grundlos auf den unter mehreren Beamten am Boden liegenden Mann ein. Zuvor war bereits ein Aue-Fan, der offenbar schlichten wollte, durch eine Pfefferspray-Attacke von Uniformierten zu Boden gegangen.

Die Fanbetreuung des FCE hat inzwischen dazu aufgerufen, Hinweise, Bilder und Videos zur Verfügung zu stellen. Wie "Freie Presse" von Rechtsanwalt Alexander Lindner erfuhr, hatte er mit den Hauptbetroffenen Kontakt. "Beide wollen Strafanzeige stellen, vorerst gegen unbekannt. Vor allem, was man am Ende des Videos sieht, ist aus meiner Sicht strafrechtlich relevant, egal was sich vorher ereignet hat", so Lindner. Der Getretene stamme aus Schneeberg und sei bei der Polizeiaktion derart verletzt worden, dass er mit Prellungen und einer Gehirnerschütterung in ein Krankenhaus kam. Was genau passiert ist, müsse nun geklärt werden, sagte der Anwalt.

Die bayerische Polizei hält die Wahl ihrer Mittel für angemessen und erhebt ihrerseits schwere Vorwürfe. Auslöser sei eine "kleinere Gruppe" Aue-Fans gewesen, die Einsatzfahrzeugen den Weg verstellte. Ein 30-Jähriger habe beim Versuch der Polizei, den Weg freizuräumen, einen Beamten mit beiden Fäusten mehrfach ins Gesicht geschlagen. Es folgte eine Rangelei, bei der "der Beschuldigte nur durch Einsatz unmittelbaren Zwanges zu Boden gebracht werden konnte". Dabei seien die Beamten von gut einem Dutzend Gästefans angegriffen worden. Dem 30-Jährigen sei es gelungen zu flüchten. Die Polizisten verfolgten ihn und stellten ihn nach eigenen Angaben erneut. "Letztlich setzten die Beamten zur Abwehr des Angriffs Pfefferspray, Einsatzstock und unmittelbaren Zwang in Form von körperlicher Gewalt ein", heißt es weiter. Gegen den 30-Jährigen, der auch später Polizisten beleidigte und bespuckte und 1,5 Promille intus hatte, werde nun unter anderem wegen Körperverletzung in fünf Fällen, Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte und Beleidigung ermittelt.

 
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