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Medaillensammlung aufgestockt: Wolfgang Schmidt holte bei der DM Silber und zweimal Bronze.

Foto: Eckardt Mildner

Aus Neuenstadt nach Helsingborg

Tischtennisspieler Wolfgang Schmidt bestreitet in Kürze seine sechste Senioren-EM - und denkt auch mit 76 Jahren noch nicht ans Aufhören.

Von Steffen Bauer
erschienen am 19.05.2017

Freiberg. Wolfgang Schmidt sitzt schon wieder auf gepackten Koffern. "Eigentlich bin ich immer unterwegs", sagt der Tischtennisspieler des SV Saxonia Freiberg und schmunzelt. Anfang Mai schlug Schmidt bei den Deutschen Meisterschaften der Senioren in Neuenstadt auf, am Mittwoch geht es bei den Internationalen Bayerischen Meisterschaften in Ruhpolding weiter. Im Juni folgt der Höhepunkt, wenn der Freiberger bei der Senioren-EM 2017, die im schwedischen Helsingborg stattfindet, an den Tisch geht.

Dabei hätte er eigentlich auch einen großen Garten, sagt Schmidt und lacht. Der muss aber noch etwas warten. Denn trotz seiner mittlerweile 76 Jahre hat der Senior nach der Saison in der 1. Bezirksliga, wo Schmidt als Nummer 3 und 4 beim SV Saxonia mithalf, den Klassenerhalt zu sichern, keine Verschnaufpause eingelegt. Immerhin gehe er in Helsingborg als amtierender Europameister an den Start, sagt der frühere DDR-Nationalspieler. Vor zwei Jahren hatte er im finnischen Tampere Gold im Einzel und im Doppel gewonnen, damals noch in der AK 70. Nun in der AK 75 antretend, lässt Schmidt keine Zweifel daran, dass er seine Sammlung von zehn Medaillen bei Welt- und Europameisterschaften im Seniorenbereich weiter aufstocken möchte.

Zudem hat der 76-Jährige bei den nationalen Titelkämpfen (für die sich der Freiberger im Gegensatz zur EM erst auf sächsischer und mitteldeutscher Ebene qualifizieren musste) gerade dreimal Edelmetall geschürft - einmal Silber und zweimal Bronze. "Damit bin ich sehr zufrieden", sagt Wolfgang Schmidt, der im Vorfeld mit einer Plakette geliebäugelt hatte. Im Einzel schmetterte sich der Saxonia-Spieler auf Rang 3, wobei er im Halbfinale knapp am späteren Meister aus Niedersachsen scheiterte (1:3). Im Doppel mit Bernd Witthaus vom TTSC Mühlheim konnte er die Bronzemedaille des Vorjahres versilbern, ehe er im Mixed mit Ingrid Kühn (Limbach-Oberfrohna) nochmals als Dritter aufs Podest durfte. "Dass es dreimal mit einer Medaille geklappt hat, war sehr schön", sagt Schmidt, der in den vergangenen 25 Jahren nur wenige Male nicht bei den Senioren-Titelkämpfen des Deutschen Tischtennisbundes mit von der Partie war.

Auch mit der Punktspielsaison beim SV Saxonia Freiberg (der ersten nach 15 Jahren als Teamchef des BSC Freiberg) war der Oldie zufrieden. Mit 13:23 Punkten kamen die Bergstädter letztlich sicher ans rettende Ufer der 1. Bezirksliga Dresden. Dabei kam Schmidt in allen 18Partien zum Einsatz und erreichte im 2. Paarkreuz eine ausgeglichene Bilanz (16:16 Siege), "obwohl ich eigentlich kürzer treten wollte", sagt der 76-Jährige. Doch damit wird es auch in den nächsten Wochen nichts. Bei den Bayerischen Meisterschaften in Ruhpolding mit 500 Aktiven geht Schmidt in vier Wettbewerben an den Tisch, um nun Schwung für die EM in Helsingborg zu holen. Essind seine sechsten europäischen Titelkämpfe, denen fünf Weltmeisterschaften gegenüberstehen, unter anderem 2008 in Rio de Janeiro (mit zweimal Gold), in China (2010) und in Neuseeland (2014).

Trotz seiner riesigen Titel- und Medaillensammlung hat Wolfgang Schmidt aber noch Träume: 2018 findet die WM in den USA, im Spielerparadies Las Vegas, statt. "Das wäre dann wirklich ein schöner Abschluss", schmunzelt er.

 
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