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In der Anfangsphase kannte Chemie nur eine Laufrichtung. In dieser Szene klärt Christian Seidel gegen Nicolas Ludwig. Der RFC muss nun gegen andere Gegner seine Ladehemmung überwinden.

Foto: Olaf Meinhardt

Auftakt-Fiasko bei Chemie

Fußball-Landesliga: Der Reichenbacher FC lag in Leipzig bereits nach 20 Minuten 0:4 zurück. Auch die Ladehemmung der Vogtländer ist rekordverdächtig.

Von Olaf Meinhardt
erschienen am 02.11.2015

Leipzig. Am Sonnabendnachmittag ist im Alfred-Kunze-Sportpark das Erwartete eingetreten: Beim Spitzenreiter der Landesliga BSG Chemie Leipzig bezog der Reichenbacher FC eine 0:4-Niederlage. Was außergewöhnlich war: Grün-Weiß stellte bereits nach 20 Minuten den Endstand her. "Es wäre schön, wenn wir die ersten zehn Minuten streichen könnten. Da fehlte es an allem, was uns bisher defensiv auszeichnete", sagte nach Spielschluss RFC-Trainer Stefan Persigehl.

Seine Jungs hatten sich in der Anfangsphase gedanklich wohl noch im neuen Reisebus befunden. Doch nicht nur die RFC-Kicker werden dieses Auftaktfiasko nicht vergessen. Chemie-Stürmer Andy Müller hatte mit dem wohl schnellsten Hattrick der Landesliga-Historie die Gäste quasi im Alleingang besiegt. "Ein Hattrick ist mir in dieser kurzen Zeit noch nie gelungen", sagte der neue Führende der Torschützenwertung (11 Treffer): "Wir hatten im Vorfeld schon Respekt vor dem RFC. Schließlich hatten wir uns im Vorjahr gegen Neuling Glauchau (3:4) daheim blamiert. Dass auch Reichenbach recht unbequem sein kann, zeigte sich nach der Pause."

Dem 34-Jährigen indes wurden die Treffer recht leicht gemacht. Den ersten Eckball seiner Farben drückte er am langen Pfosten ungehindert ein. Kurze Zeit später ließ er mit einem 14-Meter-Flachschuss RFC-Keeper Seyfarth keine Chance, ehe er erneut nach einem Eckball, den ein Mitspieler per Kopf weiterleitete, zur Stelle war. Der RFC schwamm in dieser Phase von einer Verlegenheit in die andere, vor allem von der rechten Angriffsseite ausgehend. Über diese fiel der frühe Endstand. Ludwig schüttelte seinen Bewacher ab, passte von der Grundlinie, und Kind drückte den Ball im Gewühl über die Linie.

"Nach dem 0:4 ahnte ich noch Schlimmeres. Doch dann haben wir Charakter gezeigt", beschrieb der RFC-Trainer seine Gewühlswelt. Obwohl seine Jungs bis zum Seitenwechsel nur gelegentlich vor dem Leipziger Gehäuse auftauchten, lag bei zwei Pfostenschüssen von Andre Meyer (19./45.) das Ehrentor in der Luft. Auf der Gegenseite reagierte Tom Seyfarth glänzend gegen den frei schießenden Ludwig (23.), entschärfte den Ball mit dem Fuß.

Im zweiten Abschnitt schaltete Chemie im Gefühl des Vorsprunges einige Gänge zurück und ließ es bis in die Schlussphase hinein ruhiger angehen. Was auch daran lag, dass der RFC im Mittelfeld die Räume eng machte und mutig nach vorn spielte. Einige Male tauchte man auch vor dem Strafraum der Gastgeber auf. Echte Chancen standen in der zweiten Halbzeit jedoch nicht zu Buche. Die besaß Chemie in der Endphase der Partie, als es bei Standards einige Male lichterloh brannte. So scheiterte Jentzsch in der 78. Minute per Kopf am Querbalken.

Chemie zelebrierte in den 90 Minuten einen Klassenunterschied und ist in dieser Verfassung Aufstiegsanwärter Nummer eins. Der RFC muss seine Punkte im Abstiegskampf gegen andere Gegner holen, wozu es allerdings das baldigen Endes der Torflaute bedarf. Sonst könnte das Kapitel "Rekorde in dieser Klasse" bald Reichenbachs Ladehemmungen beinhalten. Seit nunmehr 453 Minuten hat der RFC nicht mehr getroffen.

Statistik

Tore: 1:0/2:0/3:0 A. Müller (3./7./9.), 4:0 Kind (20.); SR: Kaminski (Striegistal); Zuschauer: 1225.

Chemie: Kotzbau - Wajer (46. Heyse), Felke, Trogrlic, A. Müller, Heinze (V), Schmidt, Schönitz, Ludwig, Kind (56. Engelbrecht), Stapel (77. Jentzsch).

RFC: Seyfarth - Demmler, Franke, Albert, Seidel (83. Müller), Lehnard (V), Persigehl, Gärtner, Papkalla, Pechtl (64. Nötzel), Meyer (70. Süß).

 
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