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Vize-Weltmeisterin Ute Zillmann.

Foto: Peter Zillmann

Mylauerin stolz: WM-Silber mit drei deutschen Rekorden garniert

Für Eisschnellläuferin Ute Zillmann aus Mylau ist bei den internationalen Titelkämpfen der Senioren zum 13. Mal eine Medaille herausgesprungen. Allerdings wird die Ärztin den Wettkampf nicht nur deshalb in guter Erinnerung behalten.

Von Monty Gräßler
erschienen am 09.03.2016

Mylau. Ihren Laufanzug hatte Ute Zillmann gestern schon wieder gegen den Arztkittel getauscht. So einfach zur Tagesordnung übergehen konnte die Mylauer Ärztin in ihrer Reichenbacher Praxis dann aber doch nicht. Neben ihrem Team gab es auch einige Patienten, die der 60-Jährigen zum zweiten Platz bei den Senioren-Weltmeisterschaften am Wochenende im holländischen Leeuwarden gratulierten. "Es gibt viele, die mitfiebern, die mir vor dem Wettkampf alles Gute wünschen, mich hinterher beglückwünschen und auch gerne mal fachsimpeln", sagt Ute Zillmann.

Obwohl sie mittlerweile schon zum 13. Mal bei einer Masters-Weltmeisterschaft auf dem Treppchen stand (viermal Gold, sechsmal Silber, dreimal Bronze), war die Freude groß. Kein Wunder: Mit ihren Laufzeiten über 1500 m (2:26,55 min) und 3000 m (5:04,58 min) verbesserte sie ebenso den deutschen Altersklassenrekord wie in der Mehrkampfwertung aller vier Distanzen. "Ich freue mich, dass ich von den Zeiten her fast wie in den Vorjahren abgeschnitten habe", sagt die Olympiateilnehmerin von 1976, die nach einer langen Pause erst durch ihre Kinder, die alle drei beim TSV Vorwärts Mylau aktiv waren, wieder zum Eisschnelllauf fand.

Top-Zeit über 3000 Meter

Dass sie über 3000 m sogar ihre langjährige Rivalin Noor van der Steer in Schach hielt, die mit Siegen auf den drei anderen Strecken Gold holte, macht Ute Zillmann besonders stolz. Und das zu Recht: Denn mit ihrer Zeit hätte die Vogtländerin auch in der Altersklasse 55 gewonnen. Das ist umso erstaunlicher, da sie höchstens einmal in der Woche in Chemnitz auf dem Eis steht. "Ansonsten halte ich mich mit Joggen und Gymnastik fit", verrät die amtierende Deutsche Meisterin.

Pech hatte in Leeuwarden die zweite Starterin des TSV Vorwärts Mylau, Elke Sengewald, für die in den vergangenen Jahren auch schon stolze sieben WM-Medaillen (einmal Gold/zweimal Silber/viermal Bronze) heraussprangen. Die 55-jährige Plauenerin konnte den Wettkampf aufgrund einer starken Erkältung nicht zu Ende bringen.

Nächstes Jahr ruft Kanada

Vom Drumherum der 25. Senioren-WM im Eisschnelllauf werden dennoch beide Vogtländerinnen auch in ein paar Tagen noch schwärmen. Für die Jubiläumsauflage war ganz bewusst der Start- und Zielort der berühmten Elf-Städte-Schlittschuh-Tour in Friesland auserkoren worden, wo erst im Vorjahr eine nagelneue Eishalle entstand. "Es waren Bedingungen vom Feinsten. Man hat sich richtig Mühe gegeben und eine sehr schöne Veranstaltung auf die Beine gestellt", berichtet Ute Zillmann. Zum Rahmenprogramm gehörte ein Empfang aller Teilnehmer im Rathaus. Und auch die Siegerehrung, die von Paaren in friesischer Tracht unterstützt wurde, kam bei den Sportlern gut an.

Für die beiden Vogtländerinnen war die WM zugleich auch der krönende Abschluss der Saison. Im nächsten Jahr finden die internationalen Titelkämpfe in Kanada statt. "Wir haben uns angeguckt, wo genau der Austragungsort liegt. Ob wir auch an den Start gehen, werden wir sehen", sagt Ute Zillmann. (mit pz)

 
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