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Steffen Fugmann - Präsident des Kreissportbundes Vogtland

Foto: Petra Steps/Archiv

"Wir sind Vorreiter in Sachsen"

Kreissportbund-Präsident Steffen Fugmann über neue Initiativen, alte Sorgen und anstehende Herausforderungen

erschienen am 21.04.2017

Mit dem Kreissportbund Vogtland steht die größte Massenorganisation der Region vor einer Bestandsaufnahme. Beim Kreissporttag am Montag in Oelsnitz kandidiert Steffen Fugmann (59) erneut als Präsident. Monty Gräßler sprach mit dem Geschäftsführer eines Falkensteiner Architekturbüros.

Freie Presse: Die Mitgliederzahlen in den Vereinen sind zum Jahresbeginn erneut leicht gestiegen. Wie sehen Sie den Sport im Vogtland insgesamt aufgestellt?

Steffen Fugmann: Das Vogtland ist eine Sportregion. 37.717 Sportlerinnen und Sportler treiben derzeit in 359 vogtländischen Vereinen aktiv Sport. 72 Sportarten bieten ein großes Spektrum. Mit einem Organisationsgrad von 16,24 Prozent der Gesamtbevölkerung liegen wir sachsenweit hinter den Städten Dresden und Leipzig und dem Kreissportbund Sächsische Schweiz auf dem vierten Rang. Bei den Kindern und Jugendlichen sind wir mit 35,84 Prozent Zweiter hinter Dresden. Darauf sind wir besonders stolz.

Worüber haben Sie sich in den vier Jahren seit Ihrer Wiederwahl am meisten gefreut?

Über unsere erfolgreichen Nachwuchs-Leistungssportler, die in vielen Sportarten auf Landes- und Bundesebene sowie über Deutschland hinaus erfolgreich waren und natürlich auch über unsere Spitzenathleten, die bei Olympia und Weltmeisterschaften das Vogtland international repräsentiert haben.

Aber es ist schon ein Spagat, Nachwuchs-Leistungssport zu fördern, ohne den Breitensport zu vernachlässigen, oder?

Wir haben im Kreissportbund von Anfang an Wert auf eine gesunde und gleichmäßige Wichtung gelegt. In unseren 24 Talentstützpunkten und fünf Leistungszentren wird hervorragende Arbeit geleistet. Die Voraussetzungen dafür schaffen unsere Vereine in ihrer täglichen Arbeit mit Kindern und Jugendlichen.

Zurück zur Bilanz: Was hat Sie denn in den vergangenen vier Jahren am meisten geärgert?

Wir haben im Vogtland insgesamt eine sehr gute Sportstätten-Infrastruktur. Trotzdem gibt es enormen Nachholbedarf beim Neubau und der Sanierung der Vereinssportstätten. Da ist oft das Problem, dass der Freistaat Fördermittel bereitstellt, diese aber durch die Kommunen und kleinen Vereine nicht kofinanziert werden können. Außerdem ist die Antragsprozedur aufwändig und meistens im Ehrenamt nicht zu bewältigen. Da brauchen wir einfache Strukturen und schnellere Bewilligungszeiträume.

Der Kreissportbund bereitet für 20. Mai erstmals einen Thementag "Ehrenamt im Sport" vor. Ist das im Moment die größte Baustelle, Übungsleiter und Funktionäre für die Vorstände zu finden?

Ehrenamtliche für unsere Vereine zu gewinnen ist kein aktuelles Problem. Es besteht schon länger. Da wir in einer Zeit des Generationswechsels leben und der in vielen Vereinen und insbesondere Vorständen stattfindet, haben wir uns dieser Problematik besonders angenommen. Wir sind da wie schon bei den Regionaltrainern oder dem Kindersportabzeichen wieder einmal Vorreiter in Sachsen. Unsere Veranstaltung ist die erste dieser Art im Freistaat. Wir wollen unseren Vereinen damit Anregungen sowie Hilfe und Beistand bei der Suche und Findung von Funktionären bieten.

Anderes Thema: Wie entwickelt sich die Zusammenarbeit mit Kreis und Kommunen?

Grundsätzlich arbeiten der Kreissportbund ebenso wie der Förderverein Sporthilfe Vogtland und der Leistungssportausschuss sehr gut mit den kommunalen Partnern zusammen. Der Landkreis fördert den vogtländischen Sport über seine Förderrichtlinie und leistet einen ganz wichtigen Beitrag zur Durchführung des Wettkampfbetriebes. Viele Kommunen haben zusätzliche Förderrichtlinien für ihre Sportvereine beschlossen. Soweit es den Städten und Gemeinden möglich ist, werden die kommunalen Sportstätten den Vereinen kostenlos zur Verfügung gestellt. Dass dies nicht über all der Fall ist, müssen wir akzeptieren. In diesen Fällen ist der Dialog zwischen Kommune und den entsprechenden Vereinen wichtig.

Die Geschäftsstelle des Kreissportbundes ist nach Plauen umgezogen. Inwiefern hatte das für die Vereine Auswirkungen?

Mit der Zusammenlegung unserer Geschäftsstellen Oelsnitz und Plauen haben sich die Arbeitsbedingungen wesentlich verbessert. Für unsere Vereine ist es eine zentrale Anlaufstelle. Zusätzlich wird die Vereinsbetreuung in den ehemaligen Strukturen aufrechterhalten. Unsere Vereinsbetreuer sind regelmäßig in ihren Außenstellen für unsere Vereine vor Ort erreichbar. Ich denke, das funktioniert sehr gut.

Welche - vielleicht auch neuen - Herausforderungen sehen Sie in den nächsten Jahren auf die Vereine oder auch den Kreissportbund zukommen?

Mehrere. Für unsere vogtländischen Vereine sehe ich Schwerpunkte in der Mitgliedergewinnung junger Sportlerinnen und Sportler. Über die Ehrenamtsproblematik haben wir schon gesprochen. Immer wichtiger wird die Vernetzung der Vereine untereinander bis hin zur Möglichkeit, einen Großverein durch Zusammenlegung zu bilden. Ein weiterer Schwerpunkt bleibt die Absicherung des Wettkampf- und Trainingsbetriebes. Wir als Kreissportbund werden unser Möglichstes tun, um die Vereine zu begleiten und zu unterstützen, indem wir die finanziellen Rahmenbedingungen durch unsere Unterstützer sichern.

Was ist Ihr Antrieb, erneut für das Präsidium zu kandidieren?

Nach 15 Jahren Präsident im Kreissportbund macht es mir immer noch Spaß und Freude, mich für den vogtländischen Sport einzusetzen. Die Zusammenarbeit mit meinen Vorstands- und Präsidiumskollegen klappt hervorragend, und in der Geschäftsstelle haben wir erfahrene und motivierte Mitarbeiter. Als Mitglied im Präsidium des Landessportbundes Sachsen kann ich viel Interessantes und Wichtiges mitbringen. Das hilft uns bei der erfolgreichen Arbeit für den Sport im Vogtland.

 
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