Der deutsche Bob- und Schlittenverband trauert um Klaus Kotter

Foto: Bongarts/Getty Images

Langjähriger Bob-Präsident Kotter gestorben

Klaus Kotter ist tot. Der langjährige Präsident des Bob- und Schlittenverbandes für Deutschland (BSD) und des Weltverbandes FIBT starb am 13. Mai zwei Wochen vor seinem 76. Geburtstag in einem Krankenhaus in Traunstein. Er hinterlässt seine Ehefrau Paula und Tochter Petra. Die Beisetzung soll am kommenden Mittwoch (19. Mai) im engsten Familienkreis stattfinden. Eine Woche später wird der BSD ein Requiem für alle Freunde und Weggefährten abhalten.

"Mit Klaus Kotter verlieren wir eine außergewöhnliche Führungspersönlichkeit im BSD", sagte BSD-Generalsekretär Thomas Schwab: "In seiner letzten Funktion als Ehrenpräsident war er uns immer ein wichtiger und guter Ratgeber. Unter der Führung von Kotter hat sich der BSD kontinuierlich zu einem der modernsten und erfolgreichsten Sportverbände der Welt entwickelt."

Kotter begann seine Sportfunktionärs-Laufbahn 1968 als Kassenprüfer des damaligen Deutschen Bob- und Schlittensportverbandes (DBSV). Ein Jahr später wurde er DBSV-Schatzmeister, dann zunächst kommissarischer Vorsitzender und im Herbst 1986 als Nachfolger des verstorbenen Richard Hartmann Präsident des Verbandes.

Internationale Verbandsarbeit startete 1976

International startete Kotter 1976 als Vizepräsident für Finanzen und Recht des Weltverbandes FIBT seine Karriere als Sportfunktionär. 1980 wurde er zum FIBT-Präsidenten gewählt und führte den internationalen Verband bis 1994. Mit der Ernennung zum FIBT-Ehrenpräsidenten wurde sein erfolgreiches Wirken für den Bobsport gewürdigt.

Kotters sportliches Engagement führte weit über seinen eigenen Verband hinaus. Von 1972 bis 1990 war er Mitglied des Bundesausschusses Recht, Sozial- und Steuerfragen des Deutschen Sportbundes, anschließend von 1990 bis 1994 DSB-Schatzmeister. Seit 1986 war er Präsidiumsmitglied des NOK für Deutschland.

14 Jahre lang im IOC engagiert

Von 1980 bis 1994 wirkte der Verstorbene als Vertreter der internationalen Wintersportverbände in der Solidaritätskommission des IOC. Mit Zielstrebigkeit und auch der notwendigen Härte setzte Kotter seine Vorstellungen durch - als Schatzmeister des DSB in seinem Bemühen um eine solide Finanzierung, beim Kampf um den Erhalt aller vier deutschen Kunsteisbahnen gegen die Streichungsabsichten des Bundesrechnungshofes 1999, vor allem aber, als im IOC vor zwei Jahrzehnten darüber beraten wurde, den Bob- und Schlittensport aus dem olympischen Programm zu streichen.

Klaus Kotter kämpfte mit Erfolg für seine Sportart, gewann neue Mitgliedsverbände auf internationaler Ebene dazu und rekrutierte selbst im karibischen Jamaika Bobsportanhänger. Im Rahmen der IOC-Session 1995 in Budapest wurde er für seine Verdienste mit dem Olympischen Orden ausgezeichnet.

 
erschienen am 14.05.2010
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