Andy Schleck: Ausstieg beim Criterium du Dauphine

Foto: PASCAL PAVANI (AFP)

Andy Schleck nach Ausstieg am Boden

Andy Schleck ist nach seinem Ausstieg beim Critérium du Dauphiné demoralisiert, will sich aber dennoch von seinen Ambitionen bei der Tour de France (30. Juni bis 22. Juli) nicht verabschieden. "Ich habe so viel Pech dieses Jahr, ich war noch nie in meiner Karriere so oft verletzt", sagte der Luxemburger, der am Sonntag 27 Jahre alt wurde.

Obwohl nach einer desaströsen Woche die Zweifel an seiner Verfassung größer denn je sind und es nahezu ausgeschlossen ist, dass Schleck bei der in drei Wochen beginnenden Tour um den Sieg mitfahren kann, bleibt der Kapitän des Teams RadioShack-Nissan weiter tapfer: "In drei Wochen kannst du eine Menge aufholen. Das ist meine Stärke. Ich habe das in den letzten Jahren gezeigt. Ich werde nicht aufhören, daran zu glauben, denn ich habe hart dafür gearbeitet."

Teamchef Johan Bruyneel, der die Schleck-Brüder Andy und Frank kürzlich öffentlich unter Druck und damit auch erste Wechselspekulationen in Gang gesetzt hatte, ist da schon deutlich skeptischer. "Wenn du Probleme hast, einen Aufbau startest, Verbesserungen siehst und dann wieder einen Rückschlag hinnehmen musst, bekommst du niemals eine gute Basis", sagte er: "Andys Situation ist kein gutes Zeichen für die Tour, vor allem, wenn man die Leistungen seiner Konkurrenten sieht."

Schleck hatte zuletzt erklärt, dass er aufgrund von Knieproblemen nicht in Form sei. Die Beschwerden seien aufgetreten, während er im Mai die Alpen-Anstiege der Tour 2012 inspizierte. Bei der Dauphiné war Schleck im Zeitfahren am Donnerstag zu Fall gekommen. Seinen Ausstieg am Samstag hatten dann Schmerzen in Rücken und Bein erzwungen, die vom Ischiasnerv herrührten.

Am Sonntag hatte Schleck in seiner Heimat einen Osteopathen aufgesucht, am Montag soll eine Kernspin-Untersuchung Aufschluss geben. "Ich hoffe, dass die Probleme nur muskulär sind. Ich kann mir nicht erlauben, die Moral zu verlieren. Ich muss mich auf die Tour konzentrieren. Ich hoffe, ich finde so bald wie möglich eine Lösung", sagte Schleck.

 
erschienen am 10.06.2012
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