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Max Lang blieb auf der WM-Bühne nervenstark.

Foto: Kristin Schmidt

Max Lang auf Olympiakurs

Der Gewichtheber vom Chemnitzer AC meisterte seine zweite WM mit Bravour. Ein Start in Rio rückt immer näher.

Von Martina Martin
erschienen am 25.11.2015

Houston/Chemnitz. Am frühen gestrigen Morgen nach Europäischer Zeit gelang Max Lang im fernen Houston (USA) ein großer Coup: Mit fünf gelungenen Versuchen und einer Zweikampfleistung von 339 Kilogramm (Reißen: 150; Stoßen: 189) präsentierte sich der 22-Jährige bei seiner erst zweiten Männer-WM der Kategorie bis 77 kg überzeugend. In der B-Gruppe belegte er damit Platz sieben, das Endresultat stand erst nach der A-Gruppe, die noch folgte, fest. Klar war jedoch schon zu diesem Zeitpunkt, dass er sich im europäischen Ranking zumindest Platz sieben gesichert hatte. Und das Entscheidende für ihn: Er überbot bereits die Vorgabe für Olympia um drei Kilogramm.

"Ich bin zufrieden, dass ich die Norm geschafft habe. Es war das große Ziel für mich. Schade nur, dass der zweite Versuch im Reißen nicht klappte", berichtete Max Lang gegenüber "Freie Presse" nach dem Wettkampf - noch mitten in der Nacht aus Texas. Denn so schnell fand er nach dem "mit längsten Tag meines Lebens" nicht zur Ruhe. Erst um 21.30 Uhr (Ortszeit) begann sein Wettkampf, eine ungewohnt schwierige Situation für den jungen Herkules. "Ich war den ganzen Tag sehr angespannt und zeitweise extrem aufgeregt. Das legte sich dann nach dem wichtigen ersten Versuch", schilderte der U-23-Europameister. Im Gegensatz zu seinem WM-Debüt 2014, als er mit nur drei gültigen Auftritten viel Lehrgeld zahlen musste, ließ er sich dieses Mal auch nach der misslungen Hebung nicht aus der Ruhe bringen. "Ich habe mich etwas routinierter gefühlt, aber alltäglich ist eine WM nach wie vor für mich nicht."

Sein Trainer Michael Vater, der den Kapitän der Chemnitzer Bundesligamannschaft am Auswahlstützpunkt in Leimen betreut, war des Lobes voll: "Die Leistung von Max ist sehr gut. Der Feinschliff der letzten Wochen hat sich ausgezahlt, das zeigte er bei seinen fünf gültigen Versuchen." Vor allem technisch hatte sein Schützling bei den Wettkämpfen zuvor, vor allem bei den deutschen Meisterschaften Ende Oktober vor heimischer Kulisse, noch so seine Probleme.

Max Lang gilt derzeit als einer der größten Hoffnungsträger im deutschen Gewichtheben. Neben dem 34-jährigen Almir Velagic, der im Superschwergewicht beste Chancen auf einen Spitzenrang besitzt, traut ihm auch Cheftrainer Oliver Caruso am ehesten zu, dass er eines der Olympiatickets ergattert. "Max hat sich super entwickelt. Ihm gehört die Zukunft. Er weiß, worauf es ankommt, lebt absolut wie ein Profi für seinen Sport", wertet der einstige Weltklasseathlet (u. a. Olympiadritter, Weltmeister), der seit 2013 die Verantwortung trägt.

 
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