Neuer CFC-Stürmer: Chemnitz ist schön übersichtlich
Anton Fink soll beim Drittligisten für mehr Belebung im Angriff sorgen
Der neue Stürmer der Himmel- blauen hat sich seinen Platz in den Fußball-Geschichtsbüchern bereits gesichert. In der Premierensaison der dritten deutschen Profiliga 2008/2009 erzielte Anton Fink für die Spielvereinigung Unterhaching 21 Treffer und avancierte damit zum ersten Torschützenkönig dieser neu eingeführten Spielklasse. Fink war gerade vom TSV 1860 München, bei dem er alle Jugendklassen durchlaufen hatte, zu den Hachingern gewechselt. "Ich bin damals als Mittelfeldspieler geholt worden. Doch Ralph Hasenhüttl (zum damaligen Zeitpunkt Trainer in Unterhaching - die Redaktion) hat mich eher im Sturm gesehen", berichtet der gebürtige Dachauer.
Wie recht Hasenhüttl doch hatte. Gleich in seiner ersten Partie gegen Bremen II traf Anton Fink doppelt. Am Ende der Serie standen jene 21 Tore zu Buche, mit denen er wohl selbst kaum gerechnet hat. "Wenn man als Stürmer einen Lauf hat, klappt fast alles", sagt der heute 24-Jährige. Über gute und schlechte Phasen eines Angreifers habe er sich auch schon mit seinem neuen CFC-Kollegen Benjamin Förster unterhalten. Nach 25 Saisontoren im Vorjahr traf Förster in Liga drei bisher erst zweimal. "Es ist schwierig, sich auf eine neue, höhere Liga einzustellen. Ich habe mich sehr für Benny gefreut, dass er am vergangenen Samstag gegen Heidenheim getroffen hat - wie auch für Pavel Dobry", betont der Neuzugang und beweist damit seine kollegiale Einstellung.
Mit breiter Brust nach Offenbach
Soll nicht heißen, dass er sich wie gegen Heidenheim mit der Rolle des Einwechslers zufriedengeben will. Fink war nach 78 Minuten für Pavel Dobry aufs Feld gekommen. "Ich hatte erst einen Tag in Chemnitz trainiert und kannte die Mannschaft kaum. Deshalb war es verständlich, mich nicht von Anfang an aufzustellen", erklärt der Bayer. Doch bereits morgen werden die Karten neu gemischt. Dann laufen die Chemnitzer bei Kickers Offenbach auf. Egal, ob Fink zur Start- Elf gehört oder nicht - für ihn stehe fest: "Nach dem klaren Sieg gegen Aufstiegskandidat Heidenheim und fünf Spielen in Folge ohne Nieder- lage werden wir in Offenbach mit breiter Brust antreten. Wir wollen dort punkten."
Finks Vertrag beim CFC läuft bis Juni 2013. Sein Ziel liegt auf der Hand. "Ich will so oft wie möglich treffen. Von einem Stürmer werden einfach Tore verlangt", sagt der 1,71 Meter große Profi. Das war auch bei seiner vorangegangenen Station, dem Karlsruher SC, so. Zweieinhalb Jahre lang stand Fink bei den Badenern unter Vertrag. "In der ersten Saison habe ich dort 32 von 34 Spielen bestritten, acht Tore erzielt und sieben Vorlagen zu Treffern gegeben", erinnert er sich ganz genau.
Im zweiten Jahr sei es nach gutem Beginn für ihn bergab gegangen. "Es kam häufig zu Trainerwechseln. Innerhalb von zwei Jahren hatte ich in Karlsruhe sechs oder sieben Trainer. Es ist schwer, sich darauf einzustellen", so Fink, der zwischenzeitlich an den VfR Aalen ausgeliehen wurde. Als ihm vor wenigen Wochen mitgeteilt wurde, dass er nicht mit ins Trainingslager der Karlsruher fahren darf, sei klar gewesen: Es ist besser, sich einen neuen Verein zu suchen. "Mein Berater hat sich daraufhin mit Gerd Schädlich unterhalten. Wir haben uns dann getroffen, und es war ein sehr gutes Gespräch. Herr Schädlich hat gesagt, dass er mich brauchen kann", erzählt Anton Fink.
Probleme mit dem Dialekt
Er habe sich schnell beim CFC eingelebt. Das liege auch daran, dass er mit Philipp Pentke, Florian Hörnig, Raphael Schaschko, Simon Tüting und Niklas Andersen fünf Spieler aus gemeinsamen früheren Zeiten kenne. "Das Team ist super. Jeder kann mit jedem", sagt Fink über das Klima beim Drittligisten.
Auch die Stadt habe er sich bereits angeschaut. Als Ex-Münchner bezeichnet er Chemnitz als "schön übersichtlich". Hier könne man gut leben. "In Kürze beziehe ich auch eine Wohnung", berichtet der Neuzugang. Mit dem sächsischen Dialekt habe er noch ein paar Probleme. "Manchmal muss ich zweimal nachfragen", gesteht Fink, dessen Vorbild der englische Stürmerstar Wayne Rooney von Manchester United ist. "Ich finde ihn gut, weil er torgefährlich ist und gut für seine Mannschaft arbeitet", erklärt Fink - Eigenschaften, die auch er in den kommenden anderthalb Jahren beim Chemnitzer FC verkörpern will.