Niersbach schließt EM-Bewerbung für 2020 nicht ausFoto: PATRIK STOLLARZ (AFP)
Niersbach schließt EM-Bewerbung für 2020 nicht aus
Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) wird unter Umständen doch den Hut für eine Ausrichtung der Europameisterschaft 2020 in den Ring werfen. "Nach jetzigem Stand gehen wir für 2020 nicht ins Rennen. Allerdings: Die UEFA (Europäische Fußball-Union, d.Red.) denkt darüber nach, die EM neu auszuschreiben, falls Istanbul den Zuschlag für Olympia bekommt. Diese Entscheidung fällt im September 2013. EM und Olympia in einem Jahr wird es nicht geben. Für diesen Fall würden wir eventuell neu nachdenken", sagte DFB-Präsident Wolfgang Niersbach im Bild-Interview (Samstag-Ausgabe).
Am 27. April hatte der DFB eigentlich seinen Verzicht auf eine EM-Kandidatur 2020 verkündet. Die Türkei, die bei der Vergabe der EM 2016 knapp an Frankreich gescheitert war, gilt als Favorit auf den Zuschlag 2020. Ab 2016 umfasst die EURO 24 Teilnehmerländer.
Der DFB setzt sich zudem für die Einführung einer Torlinien-Technik ein, um strittige Szenen zu entscheiden. "Am 2. Juli tagt das Regel-Board der FIFA (Fußball-Weltverband, d.Red) in Kiew. Wir können uns als DFB die Einführung der Torlinien-Technologie durchaus vorstellen, damit in diesen Grenzfällen mehr Gerechtigkeit einzieht. UEFA-Präsident Michel Platini dagegen lehnt jede Technik ab. Man wird sehen, was kommt", sagte Niersbach.
Der DFB-Boss nahm auch zum Thema Nationalhymne Stellung. Einen Zwang, mitzusingen, werde es nicht geben: "Natürlich wünsche ich mir, dass möglichst viele Spieler einstimmen. Aber es darf nie einen Zwang dazu geben. Jeder unten auf dem Platz muss für sich entscheiden, wie er die 90 Sekunden, die für mich persönlich ein sehr feierlicher Moment sind, für sich selbst nutzt. Eines ist klar: Auf keinen Fall darf Kaugummi gekaut werden."
Hocherfreut ist der DFB-Chef über den Multi-Kulti-Charakter des dreimaligen Welt- und Europameisters. "Bei uns spricht keiner über Herkunft und Hautfarbe. Für mich ist die beste Integration die, über die man nicht redet", sagte Niersbach.