DOSB-Präsidium verabschiedet AthletenvereinbarungFoto: (pixathlon)
Olympia: Trainer müssen vor Steiner-Kommission
Trainer und Betreuer mit Dopingvergangenheit müssen vor Olympia 2012 in London ihre Bereitschaft erklären, sich von der Steiner-Kommission überprüfen zu lassen. Dies entschied das Präsidium des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) auf einer Präsidiumssitzung mit Blick auf die Sommerspiele (27. Juli bis 12. August).
Das DOSB-Präsidium verabschiedete in Frankfurt/Main die Athletenvereinbarung sowie die Ehren- und Verpflichtungserklärung für Trainer und Betreuer der deutschen Olympiamannschaft in London. Die Erklärungen müssen vor der Nominierung am 31. Mai, 21. Juni und 4. Juli unterzeichnet werden. Darin versichern sowohl Sportlerinnen und Sportler als auch alle Trainer und Betreuer per Unterschrift auch, niemals Dopingmittel oder Dopingmethoden angewandt zu haben. Trainer und Betreuer mit Dopingvergangenheit müssen sich bereit erklären, vor einer Nominierung der unabhängigen Anti-Doping-Kommission unter Vorsitz von Prof. Udo Steiner Auskunft zu geben.
Vor Olympia 2008 in Peking hatte es nach rückwirkenden Dopingvorwürfen aus DDR-Zeiten Probleme für Werner Goldmann gegeben. Der Trainer von Diskus-Vizeweltmeister Robert Harting (Berlin), der zum Favoritenkreis für London zählt, hatte von der Präsidialkommission des DOSB erst spät Grünes Licht für seine Präsenz in Peking erhalten. Goldmann hatte damals versichert, in der Vergangenheit nicht mit Doping in Berührung gekommen zu sein.
Allerdings galt Goldmanns Nominierung unter Vorbehalt, weil die Steiner-Kommission in der Kürze der Zeit zwar Goldmann anhören konnte, nicht jedoch den Ex-Kugelstoßer Gerd Jacobs. Dieser hatte in der ZDF-Dokumentation "Mission Gold: Wie sauber sind die Spiele?" Anschuldigungen erhoben. Goldmann habe ihm Anfang der 80er Jahre das Anabolikum Oral-Turinabol verabreicht. Jacobs ist vom Bundesverwaltungsamt als Dopingopfer anerkannt. Vor der Kommission bestritt Goldmann alle Vorwürfe, weshalb sie empfahl, Goldmann nicht von Olympia auszuschließen. Auch nachträglich gab es offenbar keine Anhaltspunkte für eine Schuld von Goldmann.
"Wir werden eine sympathische, erfolgreiche und saubere deutsche Olympiamannschaft nach London entsenden, deren Ziel es ist, ihren Platz in der Weltspitze erfolgreich zu verteidigen. Wir freuen uns auf stimmungsreiche und erfolgreiche Olympische Spiele", sagte DOSB-Präsident Thomas Bach nach der Sitzung. Michael Vesper, Deutschlands Chef de Mission: "Das Team wird gut vorbereitet und optimal betreut nach London reisen. In der Athletenvereinbarung werden die Rahmenbedingungen für unsere Mannschaft definiert. Dazu gehört auch ein klares Bekenntnis zum Anti-Doping-Kampf."