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Die deutschen Volleyball-Teams verpassen Olympia

Foto: Sebastian Wells (PIXATHLON/SID-IMAGES)

Olympia in Rio: Keine Renaissance der deutschen Teams

erschienen am 11.01.2016

Nach dem Scheitern der beiden Volleyball-Teams in der Qualifikation steht fest: Die erhoffte Renaissance der deutschen Mannschaftssportarten auf der olympischen Bühne wird ausbleiben. Bislang haben sich erst jeweils beide Teams im Hockey und Fußball das Ticket für die Spiele am Zuckerhut gesichert. Vier Teilnahmen bedeuten zwar eine mehr als vier Jahre zuvor in London, aber das Ergebnis von Peking mit acht Mannschaften in sechs Sportarten wird nicht mehr erreicht werden.

In den kommenden Wochen und Monaten haben zwar noch fünf Teams eine theoretische Chance auf Olympia, doch realistisch betrachtet gelten nur die Handballer als vermeintliche sichere Kandidaten. Während den Wasserballern zumindest noch eine 50:50-Möglichkeit eingeräumt wird, sind die Männer im Siebener-Rugby und die Wasserballerinnen wohl chancenlos.

Und selbst wenn der Deutsche Basketball Bund (DBB) das Rennen um eines der drei Quali-Turniere machen sollte, gilt die Mannschaft um Superstar Dirk Nowitzki - sollte er dabei sein - im starken Sechser-Feld als Außenseiter.

"Wir hoffen natürlich, dass noch weitere Mannschaften dazukommen", sagte Michael Vesper dem SID. Der Generaldirektor des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) verweist aber auf die Schwere der Aufgabe: "Bei den Teamsportarten ist bereits die Qualifikation eine extrem hohe Hürde, weil sehr wenige Startplätze vergeben werden. In Europa ist die Konkurrenz derart stark, dass es oft schwieriger ist, sich für Olympia zu qualifizieren, als dort zu bestehen."

Die Situation der deutschen Mannschafts-Sportarten vor Rio im Überblick:

BASKETBALL: Dirk Nowitzki und Co. dürfen noch hoffen. Nach dem frühzeitigen EM-K.o. in Berlin will der DBB im Juli eines von drei Qualifikationsturnieren ausrichten. Insgesamt gibt es dafür sechs Bewerber. Die Entscheidung über die Ausrichter fällt am 19. Januar. Nur die Sieger der Sechser-Turniere erhalten die letzten drei der insgesamt zwölf Tickets für Rio. Die deutschen Frauen haben sich erneut nicht qualifiziert.

Die deutschen Männer waren bislang bei Olympia fünfmal dabei, zuletzt 2008. Eine Medaille gab es noch nie, die beste Platzierung war Rang sieben 1992 in Barcelona. Die Frauen waren noch nie dabei.

FUSSBALL: Die deutschen Männer haben sich erstmals seit 1988 wieder für ein olympisches Turnier qualifiziert. Damals hatte die Mannschaft um Jürgen Klinsmann Bronze gewonnen. Das aktuelle Team von Trainer Horst Hrubesch hatte sich mit der Halbfinal-Teilnahme bei der U21-EM das Rio-Ticket gesichert. Die deutschen Frauen hatten sich mit Platz vier bei der WM in Kanada qualifiziert. Dort wird Trainerin Silvia Neid ihre Abschiedsvorstellung geben.

Für die deutschen Männer gab es bei Olympia bisher zweimal Bronze (1964 und 1988), zudem wurde die frühere DDR 1976 Olympiasieger und gewann 1972 in München Bronze sowie 1980 in Moskau Silber. Die deutschen Frauen werden zum fünften Mal seit der Premiere 1996 dabei sein. Nur in London 2012 fehlten sie. Insgesamt gab es dreimal nacheinander Bronze (2000 bis 2008).

HANDBALL: Die deutschen Männer haben noch zwei Eisen für Rio im Feuer. Dafür müsste bei der EM in Polen Gold her oder eine Finalteilnahme gegen Frankreich. Sollte dies nicht gelingen, könnte sich die Mannschaft von Trainer Dagur Sigurdsson im April bei einem der drei Qualifikationsturniere noch das Brasilien-Ticket sichern. Jeweils die beiden besten Teams qualifizieren sich. Die Austragungsorte stehen noch nicht fest, der DHB erwägt eine Bewerbung. Die deutschen Frauen haben die Qualifikation verpasst.

Das einzige deutsche Gold gab es 1980 in Moskau durch die DDR. Vier Jahre später in Los Angeles holte sich die bundesdeutsche Mannschaft Silber. Noch einmal Platz zwei gab es 2004 in Athen. Bei den Frauen waren Silber 1976 und Bronze 1980 durch die DDR die einzigen Medaillen. Zuletzt waren die deutschen Männer und Frauen 2008 in Peking am Start.

HOCKEY: Hockey ist die erfolgreichste deutsche Mannschaftssportart bei Olympia, und zum achten Mal nacheinander haben sich beide Teams für das Großereignis qualifiziert. Die Männer könnten zum dritten Mal in Folge Gold gewinnen und zum fünften Mal insgesamt, dazu gab es jeweils dreimal Silber und Bronze. Die Frauen hatten 2004 in Athen zum bislang einzigen Mal triumphiert, zusätzlichen gewannen sie zweimal Silber.

SIEBENER-RUGBY: Die deutschen Männer dürfen sich trotz ihrer Leistungssteigerung nur äußerst vage Hoffnungen auf die Teilnahme an der olympische Premiere der Sportart machen. Am 18./19. Juni wird in Monaco das Welt-Qualifikationsturnier ausgetragen, bei dem nur der Sieger nach Rio darf. Als stärkste Mannschaften gelten Tonga und Samoa sowie Kanada. Die deutschen Frauen sind in der Qualifikation gescheitert und hoffen nach einem Neubeginn nun auf Tokio 2020.

WASSERBALL: Die Männer dürfen sich durchaus noch Chancen auf die Olympia-Teilnahme ausrechnen, für die Frauen wird es dagegen sehr schwer. Dazu ist für beide Teams zunächst mindestens Platz sieben bei den laufenden Europameisterschaften in Belgrad notwendig. Damit wäre die Teilnahme an den Olympia-Qualifikationsturnieren in Italien (Männer) sowie in den Niederlanden (Frauen) gesichert. Dort werden voraussichtlich jeweils vier Tickets vergeben. Die deutschen Männer haben zuletzt 2008 an Olympischen Spielen teilgenommen, die letzte Medaille gab es 1984 mit Bronze in Los Angeles. Für die Frauen wäre es die erste Olympia-Teilnahme.

VOLLEYBALL: Beide Teams haben die Qualifikation für Rio verpasst, die Männer denkbar knapp durch Platz vier beim Qualifikationsturnier in Berlin nach vergebenem Matchball gegen Polen. Die Männer waren 2012 in London die einzige deutsche Mannschaft neben den beiden Hockey-Teams, die Frauen waren zuletzt 2004 in Athen dabei. Die einzigen Medaillen gab es 1972 in München mit Platz zwei für die DDR-Männer und Silber für die DDR-Frauen 1980 in Moskau.

 
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