Erhält wieder Sportförderung: Claudia Pechstein

Foto: (GUENTER SCHIFFMANN)

Pechstein erhält wieder Sporthilfe-Förderung

Die fünfmalige Eisschnelllauf-Olympiasiegerin Claudia Pechstein ist nach sieben Jahren wieder in die Sporthilfe-Förderung aufgenommen worden. Das beschloss der Gutachterausschuss der Sporthilfe am Dienstagabend. Damit entsprach die Stiftung dem Antrag der 39-Jährigen auf Wiederaufnahme der Förderung, auf die sie 2004 freiwillig verzichtet hatte.

Pechstein, die wegen zu hoher Retikulozyten-Werte eine zweijährige Sperre absitzen musste, sieht in der Wiederaufnahme "einen weiteren Schritt zu meiner öffentlichen Rehabilitierung".

Zuvor hatte sich der Ausschuss entschieden, dass alle erforderlichen Voraussetzungen für die finanzielle Unterstützung der Berlinerin erfüllt sind. Auch die Athleten-Vereinbarung und der Sporthilfe-Eid, mit dem sie sich verpflichtet, nicht zu dopen, sind unterschrieben. "Es war ein formaler Akt", sagte Hans Joachim Elz von der Sporthilfe dem SID. Es sei lediglich geprüft worden, ob alle Unterlagen da seien und ob der Antrag korrekt sei.

Pechstein, die nach ihren jüngsten Erfolgen bei den deutschen Meisterschaften und beim Weltcup-Auftakt in Russland den Anschluss an die Weltspitze wieder hergestellt hat, betonte, dass "die Gespräche mit den Spitzenfunktionären des deutschen Sports schon seit geraumer Zeit in einer guten Atmosphäre verlaufen."

Bezogen auf die Top-Funktionäre im Deutschen Olympischen Sportbund sagte sie: "Ich habe das Gefühl, dass spätestens seitdem Spezialisten bei mir eine von meinem Vater vererbte Blutanomalie diagnostiziert haben, hier niemand mehr an mir zweifelt."

Aufgrund ihrer steigenden Sponsoren-Einkünfte hatte die mehrmalige Weltmeisterin vor sieben Jahren freiwillig auf die Sporthilfe-Förderung verzichtet. Die Rechtsstreitigkeiten, die die Sportlerin mittlerweile wegen ihrer Blutanomalie und der damit verbundenen Sperre führt, haben jedoch viel Geld verschlungen.

Kurz vor Saisonbeginn Anfang November hatte Pechstein noch gesagt: "Für mich ist jede positive Entscheidung, sprich finanzielle Unterstützung, eine, die mir weiterhilft, die mich motiviert. Ich hoffe, dass eine faire Entscheidung getroffen wird."

Die Entscheidung des Bundesinnenministeriums zur Wiederaufnahme Pechsteins in die Sportfördergruppe steht noch aus. Zudem bleibt abzuwarten, wie der Eisschnelllauf-Weltverband ISU reagiert. Bisher war eine Reaktion auf Pechsteins Selbstanzeige, die sie eingereicht hatte, nachdem in Bluttests erneut erhöhte Werte festgestellt worden waren, ausgeblieben. Vor zwei Tagen setzte die streitbare Olympionikin dem Verband eine Frist bis zum 1. Dezember. Sie will eine Wiederaufnahme ihres Dopingverfahrens vor dem Internationalen Sportgerichtshof CAS erreichen.

 
erschienen am 23.11.2011
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