FCE Aue: Kapitän nimmt Konkurrenzkampf an

René Klingbeil muss um seinen Stammplatz bangen

Aue. Er gilt als "Mr. Zuverlässig" bei den Auer Veilchen. René Klingbeil verpasste in der vergangenen Zweitliga-Saison keine einzige Spielminute. In den drei Spielzeiten zuvor kam der Verteidiger, der Ende August 2008 vom norwegischen Erstligisten Viking Stavanger ins Erzgebirge gewechselt war, auf 103 Punktspieleinsätze. Er fehlte in all den Jahren damit lediglich an drei Spieltagen.

Ein Grund für diese Einsatz- garantie ist die Flexibilität des 31-Jährigen, der auf der rechten und linken Abwehrseite, aber auch als Innenverteidiger eingesetzt werden kann. "Seit ich in Aue bin, habe ich selten mal für längere Zeit auf ein und derselben Position gespielt", erinnert sich Klingbeil. Mit den Neuverpflichtungen, die Sportdirektor Steffen Heidrich gemeinsam mit Trainer Karsten Baumann in diesem Jahr getätigt hat, ist der Konkurrenzkampf beim FC Erzgebirge aber deutlich größer geworden. "Wir haben bewusst jede Position doppelt besetzt, damit genau diese Situation entsteht", sagt Heidrich.

 

"Ich erwarte keinen Bonus"

 

Noch hat sich Baumann ("Die Stammformation soll sich möglichst schnell herauskristallisieren") nicht festgelegt, noch können sich alle Akteure in den Trainingseinheiten und zahlreichen Testspielen präsentieren. Doch sicher ist: Der eine oder andere Kicker, der in der vergangenen Saison einen Stammplatz hatte, wird zum Saisonstart erst einmal draußen sitzen.

Klingbeil stellt sich der Situation. Professionell nimmt er den neuen Konkurrenzkampf an. "Ich erwarte keinen Bonus, auch ich muss mich durchsetzen", betont der Kapitän der Auer und ergänzt: "Konkurrenzkampf ist immer gut, das ist ja nicht nur im Sport so. Das eine oder andere Prozent mehr wird dadurch schon noch herausgekitzelt." Seine unmittelbaren, neuen Konkurrenten sind der 14-fache österreichische Nationalspieler Roland Gercaliu, der für die linke Abwehrseite vorgesehen ist, und Tobias Nickenig, der in der Innenverteidigung einen Stammplatz erkämpfen will.

Aus dem Vollem schöpfen kann Aues Trainer auf der rechten Abwehrseite, wo mit Kevin Schlitte, Pierre le Beau, Fabian Müller oder Oliver Schröder gleich mehrere Alternativen vorhanden sind. "Ich denke, der Trainer sieht mich in der Innenverteidigung", meint Klingbeil, der jüngst bei der 1:3-Testspielniederlage gegen Drittliga-Aufsteiger Halle neben Thomas Paulus in der Abwehrzentrale agierte.

 

"Neuzugänge haben Qualität"

 

Dieser erste richtige Härtetest hat gezeigt, dass vor den Veilchen, die am 3. August mit dem Heimspiel gegen den FC St. Pauli in die Saison starten, noch eine Menge Arbeit liegt. "Wir trainieren momentan sehr hart, dem muss man in den Testspielen ein bisschen Tribut zollen", schätzt Klingbeil ein. Er weiß aber auch: "Wir haben ein schweres Auftaktprogramm. Deshalb ist es wichtig, dass wir gut aus den Startblöcken kommen." Die schwierige Vor-Saison, in der die Auer bis zuletzt um den Klassenerhalt zittern mussten, habe die Mannschaft noch enger zusammengeschweißt, berichtet der Spielführer, "und mit den neuen Spielern haben wir Qualität dazubekommen". Eine bessere Platzierung möchte Klingbeil daraus nicht ableiten. Er bleibt dabei, was er bereits vor einem Jahr gesagt hat: "Wir werden Woche für Woche ums Überleben kämpfen müssen. Können wir die zweite Liga halten, dann haben wir gute Arbeit geleistet."

Testspiel Bei Tanne Thalheim gewannen die Auer gestern vor 1750 Zuschauern 20:1 (9:0). Erfolgreichsten Torschützen waren Halil Savran mit sechs und Jakub Sylvestr mit vier Treffern. Heute, 18.30 Uhr bestreitet der FCE beim Elsterberger BC das nächste Testspiel.

 
erschienen am 11.07.2012 ( Von Olaf Morgenstern )
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