Strenge Blicke während der Stadionbegehung. Jetzt darf gespielt werden, und Präsident Gerhard Neef (3. von links) kann wieder gut schlafen.
Foto: Ralph Köhler
Stadt Zwickau erlaubt Spiele in umgebautem Sportforum Sojus
Tribünen stehen jetzt fest: Zwickauer Bauamt hat Okay für den Saisonauftakt des FSV Zwickau gegeben
Zwickau. Sommerstimmung im Sportforum Sojus: Aus Boxen dringt Popmusik, Bauarbeiter legen letzte Hand an das umgebaute Areal an. Dort möchte der FSV Zwickau am Samstag seinen Saisonauftakt gegen den FC Carl-Zeiss Jena bestreiten.
Geht es nach der Stadt Zwickau, steht dem nichts mehr im Wege. Thomas Freitag, Leiter des Bauordnungsamtes, verkündete am Donnerstag nach über einstündiger Begehung und Beratung: "Die Gründungen der Tribünen entsprechen jetzt den Anforderungen. Auch mit dem Evakuierungskonzept und dem Einbau der Fluchttore sind wir zufrieden." Der Verein erhielt nur noch bescheidene Auflagen, darunter jene, die Fluchttore zu kennzeichnen.
Eine Kommission aus Vertretern von Stadt, Feuerwehr und Polizei hatte zuvor die neue Gästetribüne ins Visier genommen, auf der 840Anhänger Platz finden. Deren Standfestigkeit prüfte Lars Zschieschang, stellvertretender Amtsleiter im Ordnungsamt. Das Gesehene dokumentierte Thomas Freitag mit einer Kamera. Die Stahlkonstruktion erlebt gegen Jena ihren ersten Härtetest: Carl-Zeiss hat für das Spiel bereits 600 Karten an seine Mitglieder verkauft. Die übrigen 240 Tickets aus dem Gästekontingent gehen in Jena in den freien Verkauf, teilt FSV-Geschäftsführer Jörg Schade mit. Die Stadionabnahme erfolgte zwei Tage später als geplant, nachdem am Montag Mängel festgestellt worden waren. Die Tribünen waren nicht standfest. In einem Kraftakt füllten Helfer Fertigbeton unter die Tribünenfüße, um die städtische Spielerlaubnis zu erhalten.
Vom Zaun aus verfolgte am Donnerstag ein eingefleischter FSV-Fan das Geschehen. Der Kiebitz, der seinen Namen nicht nennen wollte, arbeitet auf dem Bau. Er findet die provisorische Gründung "ausreichend", gibt aber zu bedenken: "Ich sehe Gefahren bei Frost und empfehle deshalb den Einbau einer Drainage."
FSV-Präsident Gerhard Neef ist das einstweilen egal. Erleichtert kommentierte er die positive Entscheidung der Stadt: "Alle Fragen des Baurechts und der Besuchersicherheit haben wir erfüllt." Und er ergänzt: "Ich konnte die letzten drei Tage nicht schlafen. Jetzt lege ich mich in die Badewanne und trinke ein Schwarzbier." Aller Sorgen ledig ist der Vereinschef aber noch nicht: Das letzte Wort in Sachen Stadionabnahme hat am Freitag um 11 Uhr der Nordostdeutsche Fußballverband (NOFV), der das Sojus ebenfalls begutachtet.
Das Areal wurde auch am Donnerstag noch regionalligatauglich gemacht: Auf der Haupttribüne montierten Gerüstbauer letzte Sitzbänke. Vor dem neuen VIP-Zelt auf einer Wiese befestigte ein Bauarbeiter eine Treppe - mit Hammerschlägen trieb er Erdnägel in den Untergrund. In dem Zelt finden künftig die Pressekonferenzen statt.