Angeblich liegen im Bauhof in Pöhlau Tribünenteile aus dem Westsachsenstadion. Aber woher kommt dann der Zement, der an den Gerüstteilen klebt?
Foto: Andreas Wohland
Tribünen-Rätsel: Zwickau stellt Strafanzeige
Stadt leitet juristische Schritte gegen beteiligte Gerüstbaufirma wegen Unterschlagung ein
Zwickau. Mit der Strafanzeige der Stadt war zu rechnen. Bürgermeister Bernd Meyer (Linke) hatte bereits vor drei Wochen im Stadtrat juristische Schritte angekündigt, falls es Hinweise auf eine Straftat gibt. Die Zwickauer Staatsanwaltschaft ermittelt in der Angelegenheit, das Dezernat für Wirtschaftskriminalität in der Zwickauer Polizeidirektion ist ebenfalls mit dem Fall befasst, wie Polizeisprecher Jan Meinel am Freitag bestätigte.
Ans Licht gekommen war das Tribünen-Rätsel Ende Juni, als der Finanzausschuss 250.000 Euro Zuschuss für den FSV Zwickau bewilligte, damit der Verein Auflagen für den Regionalliga-Spielbetrieb im Sportforum Sojus erfüllen kann. Für den Großteil des Geldes sollten neue Stahlgerüste für zusätzliche Zuschauertribünen angeschafft werden. Ob man dafür nicht die alten Stahlgerüste aus dem Westsachsenstadion verwenden könne, die ja der Stadt Zwickau gehören, und wo die sich überhaupt befinden, wollte Stadtrat Tristan Drechsel (DAZ) wissen. Sportamtsleiter Uwe Findeiß sagte daraufhin, dass die Gerüstteile aus dem Westsachsenstadion im Bauhof Pöhlau eingelagert und so kaputt sind, dass sie nicht verwendet werden können.
Inzwischen ist klar, dass Findeiß entweder nicht informiert war oder gelogen hat. Im Bauhof Pöhlau gab es keine Zuschauertribünen aus dem Westsachsenstadion. Die Gerüstteile, die jetzt dort liegen, wurden in den vergangenen Wochen eiligst angeliefert. Viele der Stahlteile sind mit Beton- und Farbresten übersät - können demzufolge nicht aus dem Westsachsenstadion stammen oder wurden zwischenzeitlich anderweitig verwendet. Außerdem sagte Bürgermeister Meyer am Freitag im Radio Zwickau, dass sich mit den jetzt im Bauhof "abgeworfenen Tribüneneinzelteilen" keinesfalls die benötigten 2000 Sitzplätze montieren lassen. Die jetzt in den Fokus der Ermittler rückende Gerüstbaufirma war im Vorjahr vom FSV damit beauftragt worden, die Stahlrohrtribünen im Westsachsenstadion ab- und die im Sojus benötigten Zuschauerplätze aufzubauen. Das bestätigte FSV-Vorstand Gerhard Neef am Freitag auf Anfrage, nannte aber keine Namen oder Einzelheiten.
Auch Fehlleistungen von Rathaus-Mitarbeitern schließt Meyer nicht aus. Deshalb kündigte er am Freitag neben der Anzeige gegen den Gerüstbauer auch an, dass "innerhalb der Stadtverwaltung die Untersuchungen zu Verantwortlichkeiten fortgesetzt werden".
12:46 Uhr
Ramik: Tristan sucht seine Isolde. Mitte der 2000er Jahre (was für eine Wortschöpfung) waren im WESA nur 5000 Zuscherplätze verfügbar, wovon auch noch 1500 aus NICHT-Stahltribünen bestand. Machen noch 3500 Plätze, die dank diversen Fans (CFC, A**, ...) in den letzen Spielen noch gut dezimiert wurden. Und nun fragt der Tristan wo seine? Isolde, ähm Tribünen sind? Der hatte das WESA nur auf Bildern gesehen, die aus Zweitligazeiten noch stammen.
09:27 Uhr
Frank67:
Die Tribünen waren doch Leihgaben von Layer.
22:08 Uhr
mixl: Wer ist denn der Eigentümer der Tribüne im Westsachsen-Stadion gewesen? Der Verein wohl weniger sondern die Stadt - so lese ich das aus den Artikeln. Und wenn die zuständigen Stellen der Stadtverwaltung sich nicht um den "Umzug" Ihres Eigentums richtig kümmern oder dabei womöglich sogar jemand gemauschelt hat dann ist das mal wieder ein super Schlag ins Kontor. In jedem 0815 Betrieb muss alles geldwerte inzwischen von 2 Leuten angesehen werden, und gerade die die den Amtsschimmel quasi erfunden haben legen immer wieder solche "Eier". Eulenspiegel könnte es nicht besser machen.
15:08 Uhr
Jothade: Ups...
Das klingt wie "Stühlerücken" und "Bürgermeisterwahlen" oder so...