Steffen Dünger, Trainer des VfB Auerbach.Foto: Joachim Thoß
Trainer des VfB Auerbach spricht von Hammerliga
Steffen Dünger über die Aussichten und die Ansprüche des Regionalliga-Aufsteigers
Auerbach. Für die Kicker des Regionalliga-Aufsteigers VfB Auerbach beginnt heute die vierwöchige Sommerpause. Vor der Fußball freien Zeit beim Vizemeister der Oberliga Süd hat sich Monty Gräßler mit Trainer Steffen Dünger (44) unterhalten.
Freie Presse: Herr Dünger, welche Aufgabe schätzen Sie als die schwierigere ein? Den in dieser Saison erreichten Aufstieg oder den fürs nächste Jahr angestrebten Klassenerhalt?
Steffen Dünger: Gute Frage, nächstes Jahr um die Zeit sind wird da schlauer. Grundsätzlich würde ich sagen, der Aufstieg ist schwerer. In dieser Saison war das aber durch die modifizierte Aufstiegsregelung ein bisschen anders. Fakt ist, dass es für uns nächstes Jahr eine Hammerliga wird. Wenn wir die Klasse halten, wäre das ein ähnlicher Erfolg wie der Aufstieg.
Freie Presse: Wie sehen Sie die Mannschaft im Moment personell für die Regionalliga gerüstet?
Steffen Dünger: Nachdem wir uns im vergangenen Sommer mit Hampf, Bocek, Jedinak und Kubice ganz gezielt verstärkt haben und in der Winterpause Rau dazu kam, stehen wir nicht unter Druck oder Zugzwang. Allerdings haben die letzten drei, vier Spiele der Oberliga gezeigt, dass wir uns breiter aufstellen müssen. Am besten mit Regionalliga tauglichen Spielern.
Freie Presse: Ihr Manager Volkhardt Kramer sprach davon, dass sich seit dem Aufstieg eine Reihe von Spielern beim VfB gemeldet hat. Ruft da auch der eine oder andere direkt beim Trainer an?
Steffen Dünger: Na klar. Das passierte in den vergangenen Tagen ständig. Wir haben da im Verein aber eine klare Aufgabenverteilung. Ich spreche mich zwar regelmäßig mit Volkhardt ab, wer für uns in Frage kommt oder wen wir zum Probetraining einladen. Die entscheidenden Gespräche mit den Spielern aber führt er.
Freie Presse: Der Meuselwitzer Torwart Oliver Dix wird als möglicher Neuzugang gehandelt, beim Freundschaftsspiel in Reumtengrün spielte Gary Häußler (ehemals Jena) beim VfB vor. Wie ist da der aktuelle Stand?
Steffen Dünger: Naja, wir müssen uns wohl daran gewöhnen, dass wir als Regionalligist von den Medien genauer als bisher unter die Lupe genommen werden. Von Spekulationen halte ich aber nach wie vor nichts. Wir vermelden Zugänge erst, wenn alles in Sack und Tüten ist. Auf alle Fälle will ich die Saison mit 18 Feldspielern plus jungen Leuten wie Bastian Meinelt und Phillipp Bettsack beginnen. Zuletzt waren es 16.
Freie Presse: Was ist aus Ihrer Sicht der größte Unterschied zwischen Ober- und Regionalliga?
Steffen Dünger: Wir werden einen deutlich größeren Aufwand im Offensivspiel betreiben müssen, um uns Chancen herauszuarbeiten. Das heißt, dass du in jedem Spiel an die physische Grenze gehen musst. Andererseits werden Fehler in der Defensive härter bestraft, weil die Gegner eine ganz andere Klasse aufweisen.
Freie Presse: Was erwarten Sie von Ihrer Mannschaft?
Steffen Dünger: Ich gehe davon aus, dass es nächste Saison eine Dreiteilung der Regionalliga geben wird. Ganz oben spielen Mannschaften wie Jena oder RB Leipzig, die zum Aufsteigen verdammt sind. Dahinter reiht sich die Gruppe gestandener Regionalliga-Mannschaften wie Halberstadt oder Meuselwitz ein. Und dann kommt die Gruppe derer, die um den Klassenerhalt spielen. So wie wir.
Freie Presse: Haben Sie sich deshalb vorige Woche das Relegationsspiel zwischen Fortuna Chemnitz und dem Torgelower SV angesehen?
Steffen Dünger: Auch. Ich wollte ein Gefühl über die Stärke der Mannschaften aus der Nord-Staffel der Oberliga bekommen. Die wird ja gerne als schwächer eingeschätzt. Für mich war Torgelow aber die bessere Mannschaft und ist auch Favorit fürs Rückspiel.
Freie Presse: Viele Fans fragen sich, warum der VfB seine Spieler erst zwei Wochen nach dem letzten Saisonspiel in den Urlaub schickt.
Steffen Dünger: Das hat mehrere Gründe. Wenn wir am 2. Juli die Vorbereitung starten, haben wir sechs Wochen Zeit. Mehr macht in meinen Augen keinen Sinn. Sechs Wochen Pause erschien mir aber auch als zu lang. Deshalb ging es darum, sich noch ein bisschen organisiert zu bewegen.
Freie Presse: Was wird sich an der Saisonvorbereitung ändern?
Steffen Dünger: Die Jungs gehen nach wie vor erst arbeiten, von daher wird es keine großartigen Unterschiede vom Umfang her geben. Ich habe meinen Rahmenplan, es stehen auch die ersten Testspiel-Partner fest. Anfang Juli geht es zu einem kurzen Trainingslager in den Harz, am 19. Juli spielen wir gegen Viktoria Berlin. Etwas ändern werden sich die Trainingsinhalte. Ich belese mich und nehme auch aus Gesprächen vieles mit. Den Spielern wird es nicht langweilig werden.