Erwartet Rekord bei den Olympia-Verfolgern am Bildschirm: IOC-Präsident Jacques Rogge

Foto: Bongarts/Getty Images

Rogge überzeugt von erfolgreichen Winterspielen

Präsident Jacques Rogge vom Internationalen Olympischen Komitee (IOC) ist vom Erfolg der Olympischen Winterspiele in Vancouver überzeugt. Jüngste Erhebungen hätten gezeigt, dass "Reiz und Wahrnehmung der Spiele stärker denn je sind", sagte Rogge der Süddeutschen Zeitung und erklärte: "Für Vancouver erwarten wir ein Rekord-Fernsehpublikum."

Rogge wollte vom angeblichen Olympia-Verdruss in Vancouver nichts wissen. Nach neuen Schätzungen würden 74 Prozent der Kanadier die Spiele vor dem TV verfolgen. Zudem sei der Ticket-Absatz erfreulich. "Ich habe keinen Zweifel, dass die Aufregung mit jedem Tag steigt, an dem die Fackel der Olympiastadt näher kommt", sagte Rogge.

Münchens Bewerbung für 2018 hat starke Seiten

Münchens Bewerbung für die Austragung der Winterspiele 2018 bescheinigte Rogge starke Seiten. "Es sind definitiv auch die Stärken Deutschlands. Ein reiches, wohlorganisiertes, effizientes Land, das Sport liebt." Der Fakt, dass München im Falle eines Zuschlages die erste Stadt sei, die Sommer- und Winterspiele austragen würde, spiele keine Rolle.

Nach der Dopingsperre für Eisschnellläuferin Claudia Pechstein wolle das IOC die einzelnen Verbände ermuntern, nach Indizienbelegen zu suchen. "450 der insgesamt 2000 Tests in Vancouver werden Blutkontrollen sein. Die Resultate werden den Weltverbänden mitgeteilt. Und deren Langzeitstudien werden wiederum wir nutzen, um Athleten ins Visier zu nehmen", so Rogge.

Der Belgier, dessen Amtszeit im Jahr 2013 endet, begrüßte die Aufforderung seines Vize-Präsidenten Thomas Bach gegenüber Pechstein, zu kooperieren und Hintermänner zu nennen. Das IOC fordere generell Athleten auf, so viel Informationen wie möglich zu liefern über die Umstände, die sie zum Doping brachten. "Wenn wir Beweise haben, können wir verhindern, dass solche Leute aus der Entourage weiter Einfluss nehmen können auf junge Athleten."

"Bei Indizienprozessen verstärkt an die Öffentlichkeit gehen"

Rogge sieht bei Indizienprozessen durchaus einen Trend von Athleten, verstärkt an die Öffentlichkeit zu gehen und sich in der Opfer-Rolle zu präsentieren. "Die Tendenz der Athleten und ihres Umfeldes in der Indizienbeweisführung ist natürlich, die Methodik anzugreifen. Sie sagen, das reicht nach Auffassung meines Gutachters nicht aus, die Grundlagen des Urteils seien zweifelhaft. Aber das ist ihre natürliche Verteidigung, und in solchen Indizienfällen ist es sehr schwer, dagegen anzugehen", sagte Rogge.

Über seine Nachfolge im Jahr 2013 als Präsident des IOC macht sich der frühere Segler keine Sorgen: "Wir haben ein halbes Dutzend Leute im Haus, die das IOC gut führen können."

 
erschienen am 01.04.2010
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