Gernot Rohr siegt Afrikaner auf Augenhöhe

Foto: ISSOUF SANOGO (AFP)

Rohr beklagt europäische Arroganz

Nationaltrainer Gernot Rohr von Afrika-Cup-Gastgeber Gabun hat Kritik an dem Umgang der europäischen Nationen mit dem Fußball auf dem schwarzen Kontinent geübt. "Leider halten sich die Europäer für den Nabel der Fußball-Welt. Und sie begegnen dem afrikanischen Fußball dann mit einer unberechtigten Arroganz", sagte der 58-Jährige dem Kölner Stadt-Anzeiger.

Rohr sieht die Afrikaner trotz der Pleite bei der "Heim-Weltmeisterschaft" 2010 nahezu auf Augenhöhe mit den etablierten Ländern Europas und Amerikas. "Man hat bei der WM gesehen, dass es noch an Kleinigkeiten fehlt. Disziplin, Erfahrung, Organisation. Oder im entscheidenden Moment einen Elfmeter zu verwandeln. Aber Afrika holt auf. Auch die kleinen Fußballnationen."

Bei seiner Arbeit in Gabun musste Rohr oft improvisieren. "Vor allem auf dem Land habe ich viele junge Talente gefunden", sagte der frühere Profi des FC Bayern, "unseren kleinen Außenverteidiger Charly Moussono habe ich buchstäblich aus dem Wald geholt. Da haben mich alle ausgelacht, weil er so klein ist. Er stammt irgendwie von einem Pygmäen-Stamm ab. Er ist heute einer unserer Leistungsträger."

 
erschienen am 28.01.2012
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