Neuchâtels Einspruch gegen Lizenzentzug erfolglosFoto: FABRICE COFFRINI (AFP)
Schweiz: Xamax Neuchâtel meldet Insolvenz an
Der Schweizer Fußball-Erstligist Xamax Neuchâtel versinkt im Chaos. Der dreimalige Meister gestand am Donnerstag zunächst seine Zahlungsunfähigkeit ein, wenig später wurde der umstrittene Eigentümer Bulat Tschagajew vorläufig festgenommen. Dem Tschetschenen wird nach Angaben der Genfer Staatsanwaltschaft "ungetreue Geschäftsführung" vorgeworfen.
Wenige Stunden zuvor hatte der skandalumwitterte Klub Insolvenz angemeldet, nachdem ein Einspruch gegen seinen Lizenz-Entzug gescheitert war. Ob die Insolvenz das endgültige Ende für den Traditionsverein bedeutet, ist noch offen. Xamax war wegen der Entscheidung der Schweizer Fußball Liga (SFL) vor Gericht gezogen, dem Verein das Spielrecht für die am 4. Februar startende zweite Runde der Meisterschaft zu entziehen.
Dem Klub des tschetschenischen Eigentümers Tschagajew wurde am 18. Januar die Lizenz entzogen, nachdem anscheinend gefälschte Bankdokumente aufgetaucht waren, die die finanzielle Sicherheit des Klubs garantierten. Zuvor waren Neuchâtel bereits acht Punkte aufgrund von Unregelmäßigkeiten bei der Überweisung von Gehältern sowie Sozialversicherungsbeiträgen abgezogen worden.
Tschagajew hatte Neuchâtel im Mai 2011 gekauft und wollte den dreimaligen Schweizer Meister in die Champions League führen. Dazu entließ er vier Trainer und musste sich mit boykottierenden Fans und rebellierenden Spielern auseinandersetzen.