In Zwickau hat sich ein Spieler geständig gezeigt

Foto: (Firo)

Spieler stellt sich nach rechtsradikaler Parole

Nach den Diskussion um rechtsradikale Vorkommnisse beim Fußball-Oberligaspiel zwischen dem FSV Zwickau und Erzgebirge Aue II hat sich ein Spieler gestellt. Der Zwickauer Akteur gab das Skandieren einer rechtsradikalen Parole in der Mannschaftskabine zu. "Er hatte die Courage, sich zu stellen", sagte der Zwickauer Vereinspräsident Gerhard Neef der Freien Presse. Die Identität des Spielers nannte Neef allerdings nicht.

"Er wird bestraft werden, aber wir wollen ihn nicht zerstören", sagte der Präsident weiter: "Er wird um eine Suspendierung und eine Geldstrafe nicht herumkommen." Auf der Internetseite des Vereins war nach dem 3:0-Sieg gegen Aue ein Video zu sehen gewesen, auf dem die Mannschaft den Erfolg mit "Sieg, Sieg"-Rufen feierte - darunter mischte sich aber auch ein "Heil-Ruf". Der Ruf "Sieg-Heil" steht in Deutschland unter Strafe.

Nach angeblich rechtsradikalen Fangesängen hat auch er Staatsschutz Ermittlungen wegen Volksverhetzung und dem Verwenden von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen aufgenommen. Unter anderem sollen einige Anhänger in Anspielung auf die rechtsradikale Terrorzelle Nationalsozialister Untergrund (NSU) "Terrorzelle Zwickau - olé olé olé" gesungen haben. Dem NSU werden mindestens zehn Morde in den vergangenen Jahren zur Last gelegt.

Die Vorkommnisse ziehen unterdessen immer weitere Kreise. So ermittelt mittlerweile auch das Sportgericht des Nordostdeutsche Fußballverbandes (NOFV). Dies betreffe alle Personen, die vom Verband beim Spiel gewesen seien, sagte NOFV-Geschäftsführer Holger Fuchs der Freien Presse. "Wenn ein Schiedsrichter-Team extremistische Rufe oder Banner feststellt, ist es zur Meldung verpflichtet", betonte Fuchs. Gemeldet habe aber niemand etwas.

Sowohl der Verein als auch die Stadt Zwickau hatten die Vorkommnisse aufs Schärfste verurteilt. "Der FSV verwahrt sich mit Nachdruck gegen jedwede Form politisch motivierten Extremismus in unserer Gesellschaft", hieß es in einer Mitteilung. Auch die Oberbürgermeisterin Pia Findeiß zeigte sich besorgt. "Das Verhalten ist inakzeptabel. Ich schäme mich für solches Verhalten und entschuldige mich", sagte sie.

 
erschienen am 30.11.2011
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