Ait Mina Hammou siegte über 800 Meter vor Marian Burnett.

Foto: Wolfgang Schmidt

Top-Sprinterin: Chemnitz - I Love you

Leichtathletik-Hallenmeeting: Weltjahresbestleistung durch Christina Schwanitz im Kugelstoßen

Chemnitz. Klein, aber fein. Das Chemnitzer Hallenmeeting der Leichtathleten ist auch am Freitagabend seinem Ruf als eine Veranstaltung mit Klassemerkmalen gerecht geworden. Eine Woche vor der WM im spanischen Valencia zeigten sich eine Reihe von Athleten vor der tollen Kulisse von mehr als 2000 Zuschauern bereits topfit vor dem Saisonhöhepunkt. Bestleistungen fielen am laufenden Band.

"Chemnitz - I love you." Mit dieser Liebeserklärung an das tolle Publikum bedankte sich Franca Ídoko nach ihrem Siegerlauf bei den Fans. Die Nigerianerin sprintete die 60 Meter in 7,09 Sekunden. Damit stellte sie die Weltjahresbestleistung von 2008 ein. "Ich wusste, dass ich schnell bin. Vielleicht kann ich bei der WM noch schneller sein", sagte die Nigerianerin. Über die gleiche Distanz bei den Männern war der Pole Lukasz Chyla in 6,57 Sekunden erfolgreich. In seinem Sog steigerte sich Lokalmatador Martin Keller zur neuen persönlichen Bestleistung von 6,66 s.

Nur wenige Zentimeter fehlten Naida Gomez, um in Chemnitz im Weitsprung die 7-Meter-Marke zu knacken. Der letzte Versuch wurde leider ungültig gegeben. Dennoch war die Portugiesin, Hallen-Europameisterin von 2007, mit ihrem Auftritt in Sachsen zufrieden. Mit den 6,91 m zeigte sie sich bereits in WM-Form. "Es war ein guter Wettkampf für mich. Ich habe es nicht bereut, vor Valencia noch einmal einen Abstecher nach Chemnitz zu machen", wertete die Portugiesin. Als Dritte steigerte sich Bianca Kappler in ihrem ersten Hallen-Wettkampf auf 6,56 m. Damit verwies sie die frisch gebackene Hallenmeisterin Melanie Bauschke aus Berlin (6,41 m) auf den vierten Platz.

Zum Auftakt hatten bereits die Kugelstoßerinnen für einen Paukenschlag gesorgt. Nicht die kubanische Olympiasiegerin von Athen, Cumba Yumisleidis, auch nicht die Olympiazweite Nadine Kleinert aus Magdeburg, sondern Christina Schwanitz gehörte am Ende der größte Jubel. Die gebürtige Sächsin, die einst in Hetzdorf trainierte und jetzt für den SV Neckarsulm startet, stahl den beiden Stars die Show und gewann mit der Weltjahresbestleistung von 19,68 m. "Die Weite war absolut nicht zu erwarten. Ich hatte mit 19 Metern geliebäugelt, doch so eine Leistung hat mich selbst überrascht", freute sich die 22-Jährige, die damit nach zweijähriger Verletzungspause nicht nur ihre eigene Bestleistung um fast einen Meter verbesserte, sondern jetzt sogar mit Medaillenambitionen nach Valencia fährt. Kleinert wurde am Ende mit 18,93 m Zweite vor der Kubanerin Yumisleidis (18,16 m).

Auch ein anderer Sieger konnte sich am Freitagabend freuen. So kannte der Jubel von Hochspringer Karim Lotfy keine Grenzen. Der Ägypter, der an der Sporthochschule in Köln studiert, überquerte mit 2,24 m erneut den von ihm gehaltenen Landesrekord. Damit stellte er klar den Kubaner Victor Moya in den Schatten, der als Dritter nicht über 2,21 m hinaus kam. Und Moya ist immerhin der Vize-Weltmeister von 2005. Der Chemnitzer Benjamin Lauckner verbesserte zwar seine Bestleistung in der Halle auf 2,18 m, musste letztendlich aber mit Rang 5 vorlieb nehmen.

Über 800 m der Frauen gab es einen marokkanischen Sieg. Ait Mina Hammou lief 2:04,25 Minuten. Das war die siebentbeste Zeit, die in diesem Jahr über diese Distanz gelaufen wurde.

Von Stefan Geyler und Claudia Nolte

 
 
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