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Torjäger profitiert von Teamgeist
Fußball: Kevin Schmidt (SV Coschütz) spricht über seine Top-Ausbeute und die Favoriten für die nächste Saison
CoschützEin Aufsteiger stellte den ersten Torschützenkönig der Fußball-Vogtlandliga. Mit 29 Treffern schwang sich Kevin Schmidt vom SV Coschütz zum erfolgreichsten Angreifer der zurückliegenden Saison auf. Monty Gräßler unterhielt sich mit dem 29-Jährigen, der mehrere Jahre höherklassig kickte, ehe er 2010 zu seinem Heimatverein zurückkehrte.
Freie Presse: Herzlichen Glückwunsch zur Torjägerkrone. Sind 29 Tore Ihr Saisonrekord?
Kevin Schmidt: Bei den Männern auf alle Fälle. Mehr habe ich nur im ersten D-Jugend-Jahr in Coschütz und später in der A-Jugend für den VFC Plauen geschossen. Da kam ich jeweils auf 33 Tore, aber das ist ja schon ein ganzes Stück her.
Mal ehrlich: Waren Sie so stark oder die Liga so schwach?
Gute Frage. Fakt ist natürlich, dass man als Stürmer nur glänzen kann, wenn die Mannschaft funktioniert. Das war bei uns in Coschütz trotz des holprigen Starts mit Sicherheit der Fall. Von daher war es für keinen Gegner leicht gegen uns. Allgemein denke ich, dass die Vogtlandliga zu dem geworden ist, was man sich erhofft hat, nämlich eine gute Zwischenlösung zwischen Amateur- und Spaßfußball.
Es verwunderte aber schon, dass mit Coschütz am Ende die Mannschaft neben Schöneck zu den größten Überraschungen gehörte, die vor einem Jahr erst auf den letzten Drücker den Aufstieg geschafft hatte.
Die Saison war mit Platz 8 für den SV Coschütz einfach die Belohnung für den eingeschlagenen Weg, nicht eine Mannschaft zusammenzukaufen, sondern auf eigene Leute aus der Jugend zu setzen. So wurde über Jahre eine Mannschaft mit Teamgeist geformt, die eigentlich mit jedem Gegner mithalten konnte.
Coschütz hat 28 von 38 Punkten daheim geholt und unter anderem auch Meister Treuen ein Remis abgetrotzt. Wie erklären Sie sich die Heimstärke?
Das Umfeld bei uns passt, wir haben immer viele Zuschauer und die Größe des Platzes kommt unserem Spiel entgegen. Das sind einige Faktoren. Richtig begründen kann ich das aber auch nicht. Keine Ahnung, warum es daheim so gut läuft. Das ist vielleicht auch Kopfsache.
Sie haben in Schreiersgrün vier Tore in einem Spiel erzielt. Dazu kamen Dreierpacks gegen Lengenfeld, Treuen, Syrau und Kottengrün. Erinnern Sie sich an ein besonders schönes oder besonders spektakuläres Tor?
Ich denke mal, es waren einige dabei, bei denen ich mich nicht ganz schlecht angestellt habe. Am besten erinnere ich mich aber ehrlich gesagt an die Tore, die ich nicht gemacht habe.
Bitte?
Naja, bei Fortuna Plauen habe ich zwei Elfmeter in einem Spiel verschossen. Das ist mir noch nie passiert. Die 1:2-Niederlage dort war unnötig, aber das haben wir ja mit dem 6:4 daheim wieder ausgebügelt.
Schraubt man in Coschütz nach dem achten Platz die Ansprüche für nächste Saison höher?
Mit Sicherheit nicht. Wenn wir uns mittelfristig in der Vogtlandliga etablieren können, ist das für Coschütz doch eine gute Sache. Von daher wird es für uns erstmal darum gehen, ordentlich in die oft und gern als schwierig bezeichnete zweite Saison zu kommen.
Worauf muss man in Coschütz achten, damit dies gelingt?
Wenn die Mannschaft so weiterspielt und es keine größeren Ausfälle gibt, bin ich da schon sehr optimistisch. Man muss ja auch wissen, dass wir in der vergangenen Saison in der Hinrunde mehrfach mit Feldspielern im Tor auflaufen mussten, weil unser Stammtorwart verletzt war und der Ersatzmann auswärts arbeitet. Aber dieses Problem hat der Verein ja im Winter mit dem Wechsel von Thomas Spitzner geklärt.
Sie treffen nächste Saison mit Coschütz auch auf Ihren Ex-Verein Reichenbacher FC. Ist das für Sie der Staffel-Favorit?
Wenn die Mannschaft nach dem Abstieg halbwegs so zusammenbleibt, auf alle Fälle. Ich denke ohnehin, dass es im neuen Spieljahr sehr interessant wird, wenn man hört, wie mancher Verein aufrüsten will. Neben Werda und Kottengrün rechne ich auch mit Schreiersgrün. Das sind für mich die Teams mit dem größten fußballerischen Potenzial.