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Eric Frenzel schrieb in Schonach Sportgeschichte.

Foto: Sven Simon

Auf der Party die letzten Reserven mobilisiert

Kombinierer Eric Frenzel plant nach seinem historischen Weltcuptriumph erst einmal nur die Zeit mit seiner Familie. Ziele gibt es aber noch.

Von Thomas Prenzel
erschienen am 21.03.2017

Schonach. Die Kraft für die traditionelle Athletenparty im Haus des Gastes in Schonach hat gerade noch gereicht. Bei guter Stimme erzählte Eric Frenzel am Montagnachmittag von einer schönen Saisonabschlussfeier. "Von unserer Mannschaft waren alle dabei. Und auch die Teams aus dem Ausland sind zum Großteil dageblieben. Ich habe noch mal die letzten Reserven mobilisiert", sagte Frenzel mit einem Augenzwinkern. Weitere Details des feuchtfröhlichen Ausklangs blieben geheim.

Was er in den kommenden Tagen und Wochen nach der knapp viermonatigen Wintersaison plant, hatte der Erzgebirger bereits am Vortag geäußert: "Nichts." Er wolle einfach nur die Zeit mit seinen zwei Söhnen verbringen. Im Juni bekommen die beiden ein Geschwisterchen. "Diese Zeit hatte ich zuletzt nicht. Und daher war es in Bezug auf meine Familie verlorene Zeit. Ich bin froh, jetzt etwas zurückgeben zu können. Meine Familie hat für meinen Erfolg sehr viele Entbehrungen in Kauf genommen", sagte Eric Frenzel.

Erst nach und nach wird der 28-Jährige vom WSC Oberwiesenthal einordnen können, was ihm mit dem fünften Weltcupgesamtsieg in Folge für ein Meisterstück gelungen ist. Mit Frenzel sowie dessen Trainern, Ronny Ackermann und Hermann Weinbuch, holten überhaupt erst drei deutsche Winterzweikämpfer die große Kristallkugel. Während Ackermann dreimal (2002, 2003, 2008) Saisonbester war, gelang dies dem Bundestrainer im Winter 1985/86. Aber fünfmal in Folge? Da zieht selbst die Konkurrenz ehrfürchtig den Hut. Österreichs Ex-Weltmeister Bernhard Gruber erklärte in Schonach respektvoll: "Das ist schon brutal stark, wie die Deutschen das machen. Und speziell Eric setzt - immer, wenn es drauf ankommt - noch einen drauf."

Bei 23 Saisonweltcups stand 21-mal ein deutscher Kombinierer auf dem Podest ganz oben. Achtmal war es im Dauerduell Johannes Rydzek, zehnmal triumphierte Eric Frenzel, der in dieser Saison 126.400 Euro Preisgeld gewonnen hat. Zweimal durfte sich der Japaner Akito Watabe über eine Siegprämie freuen. Dass die Konkurrenz trotz der deutschen Dominanz ihren Humor noch nicht verloren hat, erstaunt ein bisschen. Zumindest Japans Coach Takanori Kono scherzte nach dem Samstagrennen, als Yoshito Watabe nach dem Springen führte, dann aber erwartungsgemäß in der Loipe zurückfiel. "Ich hätte lieber seinem Bruder Akito die Startnummer 1 als Sprungsieger geben sollen. Ich nehme es auf meine Kappe, dass wir nicht gewonnen haben."

Bleibt die Frage, welche Ziele es noch gibt für einen Weltmeister, Olympiasieger und fünfmaligen Gesamtweltcupsieger. Eric Frenzel hatte am Montag andere Gedanken. Aber es wird die Zeit kommen, da könnte nicht mehr die Zahl 5, sondern 48 eine zielführende Rolle im Sportleben des Oberwiesenthalers einnehmen. Mit insgesamt 41 Weltcupsiegen liegt Eric Frenzel nur noch 7 vom finnischen Rekordhalter Hannu Manninen entfernt.

 
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