Severin Freund und Co. gewinnen Silber

Foto: SAMUEL KUBANI (AFP)

DSV-Adler holen Silber am grünen Tisch

Nach einem erfolgreichen Protest gegen die ursprünglich zweitplatzierten Norweger haben die deutschen Skispringer bei der WM in Val di Fiemme Silber im Teamwettbewerb gewonnen. Einen Gegenprotest der Norweger wies das Kampfgericht am Samstagabend umgehend zurück.

Im ersten Durchgang waren mehrere Athleten aus einer anderen Luke gesprungen als der für die Berechnung der Punkte herangezogenen, darunter auch der Norweger Anders Bardal. Nach der Neuberechnung fielen die Skandinavier im Klassement noch hinter die ursprünglich auf dem Bronzerang geführten DSV-Adler und Polen zurück auf den vierten Platz. Weltmeister bleiben die Österreicher.

Für die deutschen Skispringer war es die erste WM-Medaille im Teamwettbewerb von der Großschanze seit 2001. "Man stellt sich gar nicht vor, wie schwer Rechnen ist. Für uns ist jede Medaille eine gewonnene, aber zu Gold fehlt noch etwas", sagte Bundestrainer Werner Schuster. Severin Freund (Rastbüchl) verwies darauf, dass er und seine Teamkollegen Richard Freitag (Aue), Andreas Wank (Oberhof) und Michael Neumayer (Berchtesgaden) durch den Protest zwar die Siegerehrung verpasst hätten, "aber das ist egal".

Nach sechs von acht Springern hatte das DSV-Quartett sogar noch "regulär" auf Rang zwei gelegen, musste aber im Finish die Skandinavier passieren lassen. Mit 1121,8 Punkten fehlten zunächst nur 2,2 Punkte zu Norwegen (1124,0), während der Protest schon lief. Der Vorsprung auf den Vierten Polen (1121,0) war ebenfalls denkbar knapp. Österreich (1135,9) war für alle Konkurrenten unerreichbar.

Letztmals hatte die deutsche Mannschaft 2001 in Lahti auf dem Podest gestanden, als Sven Hannawald und Martin Schmitt den deutschen Vierer sogar zu Gold geführt hatten. Vor zwei Jahren in Oslo hatte es nur auf der kleinen Schanze zu Team-Bronze gereicht.

Aufatmen durften die Österreicher, die fast schon unter Siegzwang gestanden hatten: Zum siebten Mal in Folge holten die Austria-Adler bei einem WM-Teamspringen die Goldmedaille. Gregor Schlierenzauer, Thomas Morgenstern, Wolfgang Loitzl und Manuel Fettner verhinderten damit auch die "Schmach" einer WM ohne jeden Titel. Das hatte die Alpenrepublik zuletzt 2003 erlebt - in Val di Fiemme.

 
erschienen am 02.03.2013
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