Beklagt wenig Normalität: Magdalena Neuner

Foto: ALBERTO PIZZOLI (AFP)

Neuner: "Ich wollte nie berühmt werden"

Biathlon-Rekordweltmeisterin Magdalena Neuner hat sich erneut über die Schattenseiten ihres Ruhms beklagt und dem Wunsch nach einem "normalen Leben" Nachdruck verliehen. "Ich wollte nie berühmt werden", sagte die 24-Jährige aus Wallgau in einem Interview mit der Zeitschrift Fit for Fun: "Hätten wir gewusst, was es bedeutet, berühmt zu sein, wer weiß, ob mich meine Eltern dann wirklich gelassen hätten."

Während ihrer so erfolgreichen Karriere lernte Neuner auf viele Dinge zu verzichten und ordnete sich 16 Jahre lange dem Leistungssport unter. Darunter litt nicht nur sie selbst, sondern auch das Umfeld der Ausnahmekönnerin. "Schon mit 19 Jahren hatte ich kein eigenes Leben mehr, dafür aber Tage, an denen ich im Bett lag und dachte, ich stehe nie wieder auf", sagte die Führende im Gesamtweltcup.

Ihre Entscheidung, am Saisonende zurückzutreten und damit endlich ein geregeltes Leben zu führen, hat die Doppel-Olympiasiegerin noch einmal bekräftigt. Sportliche Ziele habe sie nicht mehr. "Ich weiß nicht, wie ich mich noch motivieren soll", sagte Deutschlands Sportlerin des Jahres, die sich vor allem auf die gemeinsame Zeit mit ihrem Freund Sepp freut.

Im Winter würde sie ihren Partner ein halbes Jahr lang fast gar nicht sehen. "Aber wenn man jemanden liebt, ist es eben schwer, wieder wegzufahren. Nach dem Winter müssen wir uns jedes Mal neu kennenlernen", sagte Neuner.

Die zehnmalige Weltmeisterin musste zuletzt beim Weltcup in Oslo nach zwei Tagessiegen einen kleinen Rückschlag hinnehmen, als sie eine Erkältung zu einer Pause zwang. Bei den Rennen im finnischen Kontiolahti, den letzten vor der Heim-WM in Ruhpolding (29. Februar bis 11. März), will sie dann jedoch wieder ins Geschehen eingreifen.

"Ich freue mich auf die Rennen und habe einen Start fest eingeplant", sagte Neuner, die am Saisonende unbedingt ihren dritten Sieg im Gesamtweltcup feiern will und bei der WM den Gewinn von sechs Medaillen als Ziel ausgegeben hat: "Ich hätte nichts gegen eine zwölfte oder dreizehnte Goldmedaille."

 
erschienen am 07.02.2012
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