Richard Freitag testet in Polen

Foto: Jure Makovec (AFP)

Skispringer testen Form und neue Regeln

Neue Regeln, neue Anzüge und ein neuer Wettbewerb: Für die Skispringer um den deutschen Hoffnungsträger Richard Freitag (Aue) wird es schon vier Monate vor Beginn des WM-Winters wieder ernst. Obwohl Schnee und Eis noch weit entfernt sind, ist das erste Mattenspringen des Sommers am Freitag (20.30 Uhr/Eurosport) im polnischen Wisla nicht nur eine wichtige Standortbestimmung, sondern vor allem ein Testlauf für die zahlreichen Neuerungen des Weltverbandes FIS.

Im Mittelpunkt steht dabei der umstrittene "rote Knopf". Mit diesem können Trainer ab sofort bei schwierigen Windbedingungen die Anlauflänge für ihre Athleten verkürzen. Dafür erhalten die Springer dieselben Bonuspunkte wie bei einer Verkürzung durch die Jury. "Wir sind sehr gespannt", sagt Bundestrainer Werner Schuster und erwartet "einige neue Erkenntnisse." Kritiker befürchten besonders für die Zuschauer unübersichtliche Wettbewerbe.

Neu sind auch die hautengen Anzüge: Zwischen Körper und Stoff durften bislang sechs Zentimeter liegen, dieser Spielraum ist komplett gestrichen. "Diese Regelung ist einschneidend", sagt nicht nur Freitag. Bei Tests im zweitklassigen Continental Cup hagelte es wegen Verstößen zuletzt etliche Disqualifikationen.

Seine Weltpremiere feiert im Sommer zudem das Mixed-Teamspringen, das im Februar auch zum Programm der WM in Val di Fiemme gehören wird. Für jedes Land treten dabei zwei Männer und zwei Frauen an, die deutsche Mannschaft gilt als Medaillenkandidat. Bei der Premiere am 14. August in Courchevel könnte auch Severin Freund (Rastbüchl) mitspringen, der in Wisla wegen einer Bandscheiben-Operation noch pausiert. "An Wettkämpfe denke ich im Moment noch nicht, sondern ich werde erst einmal sehen, wie ich den Einstieg ins Sprungtraining schaffe", sagt der 24-Jährige.

Neben Freitag reisen Maximilian Mechler (Isny), Michael Neumayer (Berchtesgaden), Danny Queck (Lauscha), Andreas Wank (Oberhof) und Daniel Wenig (Berchtesgaden) für den DSV nach Wisla. Fehlen werden neben Freund Österreichs Stars wie Titelverteidiger Thomas Morgenstern, Vierschanzentournee-Gewinner Gregor Schlierenzauer oder Andreas Kofler.

Der Sommer-Grand-Prix, zu dessen sieben Stationen auch Hinterzarten (18. August) und das Finale in Klingenthal (3. Oktober) gehören, wird seit 1994 ausgetragen. Einziger deutscher Gesamtsieger war Sven Hannawald im Jahr 1999.

 
erschienen am 19.07.2012
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