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Warten auf den erlösenden ersten Treffer

CFC-Stürmer Benjamin Förster in Liga drei noch ohne Tor

Chemnitz. Es gibt Dinge im Leben eines Sportlers, die man einfach nicht erklären kann. Das weiß auch Benjamin Förster inzwischen nur zu gut. In der vergangenen Regionalligasaison ballerte der junge Angreifer seinen Chemnitzer FC mit 25 Toren maßgeblich zum Drittliga-Aufstieg. "Mir sind die Bälle praktisch vor die Füße gefallen. Ich hatte einen Lauf. Auch im Training konnte ich an den Ball hauen, wie ich wollte - er war drin. Jetzt bin ich von einem Extrem ins andere gefallen", sagte der 21-Jährige am Freitag kurz vor der Abfahrt zum Spiel nach Osnabrück. Dort treffen die Himmelblauen am Samstag um 14 Uhr im Stadion an der Bremer Brücke auf den gastgebenden Zweitliga-Absteiger, der seit sieben Partien ungeschlagen ist.

Vorerst nur "Bankangestellter"

Wenn nichts Unvorhergesehenes passiert, wird Benjamin Förster vorerst wieder mit der Rolle des "Bankangestellten" vorlieb nehmen müssen. Trainer Gerd Schädlich will erneut Försters Sturmpartner Pavel Dobry den Vorzug geben. "Ich denke, dass ich eingewechselt werde und dann vielleicht ein Tor mache", ergänzte Förster. Immer häufiger muss er sich die Frage gefallen lassen, warum ihm in diesem Spieljahr noch kein Treffer gelungen ist. "Das geht mir auf die Nerven. Ich weiß es selbst nicht genau. Vielleicht habe ich die dritte Liga unterschätzt. Als Stürmer bekommt man nicht so viele Chancen wie in der Regionalliga, wo die Gegenspieler zumeist Amateure sind und nur abends trainieren", bemerkte Förster. Gut möglich, dass alles zu einfach funktioniert habe. "Man denkt, es geht in der neuen Saison so weiter, aber das geht es eben nicht."

Als noch sehr junger Spieler stehe er das erste Mal vor so einer Situation. "Nicht zu treffen, nagt am Selbstvertrauen, das ich mir in den Trainingseinheiten zurückholen muss. Mir ist klar geworden, dass man sich alles immer wieder neu erarbeiten muss", betonte der 21-Jährige. Er sei froh, sich im Sommer für den CFC entschieden zu haben. Selbst Erstligist 1. FC Nürnberg hatte beim Regionalliga-Torschützenkönig angeklopft. "Ob so ein Angebot wiederkommt, steht in den Sternen. Aber ich hatte keine Lust, bei einem höherklassigen Verein in der zweiten Mannschaft zu spielen. Woanders würde man mir in meiner derzeitigen Situation bestimmt die 25 Tore der vergangenen Saison ständig vor Augen führen", so Förster. Beim CFC hingegen werde er gerade jetzt gut unterstützt. "Trainer und Mannschaftsgefährten sprechen mir Mut zu. Auch Pavel Dobry wünscht mir alles Gute. Er hat solche Situationen auch schon erlebt", berichtete der junge Angreifer. Er setze sich selbst zu sehr unter Druck. "Ich hoffe, dass es für mich leichter wird, wenn es mit dem ersten Tor geklappt hat."

Team enger zusammengerückt

Försters sportliche Krise mit null Toren in den ersten neun Saison- partien steht im Gegensatz zum Aufwärtstrend des Teams von Gerd Schädlich. Nach vier Siegen und einem Remis in den vergangenen fünf Spielen wollen die Chemnitzer auch in Osnabrück Zählbares holen. "Man fährt ja nicht so weit, um mit leeren Händen zurückzukommen", sagte Benjamin Förster. Seit dem tragischen Zwischenfall um Kapitän Andreas Richter mit dessen Herz- infarkt sei die Mannschaft noch enger zusammengerückt. "Fußball ist unser Job. Es musste weitergehen. Dass es so erfolgreich gelaufen ist, macht es Andreas bestimmt einfacher, mit der Situation klar zu kommen", so Förster, der vor der Saison laut von einem Durchmarsch in Liga zwei geträumt hatte. Das relativiert er inzwischen: "Wir wollen so schnell wie möglich 45 Punkte holen. Je früher das gelingt, desto eher kann man sich neue Ziele stellen", sagte der Stürmer, der so sehnsüchtig auf den erlösenden ersten Saisontreffer wartet.

CFC-Stammtisch: Am kommenden Dienstag ab 18.30 Uhr findet im Vereinslokal "Erdenglück" eine weitere Gesprächsrunde mit den Fans statt. Eingeladen sind diesmal die Spieler Florian Hörnig, Selim Aydemir, Thomas Birk und Pavel Dobry sowie der künftige Geschäftsführer der Himmelblauen, Lutz Fichtner.

 
erschienen am 30.09.2011 ( Von Mario Schmidt )
© Copyright Chemnitzer Verlag und Druck GmbH & Co. KG
 
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