Am Sonntag öffnet das Mayoratsgut in Großhartmannsdorf im Rahmen der "Freie-Presse"-Schlössertour seine Türen. Foto: Kristin Schmidt
2. Tour: Das Schmuckstück der Gemeinde: Mayoratsguts Großhartmannsdorf
Am Sonntag (5. August) lädt die "Freie Presse" alle Interessenten in das ehemalige Rittergut ein
Großhartmannsdorf Das war Rettung in letzter Not, als 1991 die Sanierung des Mayoratsguts in Großhartmannsdorf begann. 1978 war der letzte Neubauer ausgezogen. Danach stand das riesige Anwesen leer, verfiel von Jahr zu Jahr mehr. Ende der 1980er-Jahre stürzte das Dach ein. Schließlich sollte das Gut abgerissen werden. Und viele Großhartmannsdorfer waren dafür. Der Komplex war ein Schandfleck, und angesichts der Knappheit an allem, was zum Wiederaufbau nötig gewesen wäre, schienen zu DDR-Zeiten alle anderen Pläne vergebens. Doch einer stemmte sich mit aller Macht gegen den Abriss: Otto Härtig, der Ortschronist.
Dann kam die Wende und damit die Hoffnung, dass das alte Herrenhaus doch noch zu retten sei. Doch wieder gab es Widerstand. Schließlich waren erst mal ganz andere Dinge zu finanzieren als das verfallene Rittergut. Otto Härtig aber ließ nicht locker. "Um das Rittergut musste ich kämpfen, das ist bei mir ein Geburtsfehler", sagt der heute 82-jährige Härtig. Als damaliges Gemeinderatsmitglied sprach er das Thema immer wieder an. Schließlich fuhr er selbst nach Dresden und lief dort so lange von Verantwortlichem zu Verantwortlichem, bis er Fördergeld erhielt. Die Sanierungsarbeiten konnten beginnen.
"Die Arbeiten haben letztendlich 18 Jahre gedauert", sagt Bürgermeister Werner Schubert (CDU). Rund eine halbe Million Euro sind in das Herrenhaus geflossen, die Hälfte aus Fördertöpfen. Für eine Rittergutssanierung eine eher kleine Summe. "Ohne die große Hilfe vieler wären wir damit auch nicht weit gekommen", sagt Schubert. So habe sich Otto Härtig selbst beim Bau stark engagiert, und dazu kamen viele weitere Helfer. Eine Rentnerbrigade hat zum Beispiel das Gebäude denkmalgerecht verputzt. Das dafür nötige Gerüst sponserte der Malermeister des Ortes. 2008 konnte schließlich Einweihung gefeiert werden.
Werner Schubert ist stolz auf das Haus: "So ein Rittergut hat nicht jeder." Heute sind hier Museumsräume, ein Café und das Standesamt untergebracht. Außerdem finden regelmäßig Kulturveranstaltungen statt. "Der Mix ist gut", sagt Schubert. Er weiß aber auch: So ein Haus kann eine Kommune nur mithilfe Ehrenamtlicher betreiben.