Der neue Mazda 3.
Foto: Mazda
Bestseller glänzt nach dezenter Auffrischung
Mazda 3 will Volkswagen Golf-Kunden abspenstig machen
Chemnitz. Ein Golf-Rivale bläst zur Attacke. Betont dezent geht dabei Mazda mit seinem Erfolgstyp zur Sache. Denn die aufgefrischte Variante der 2009 vorgestellten Generation des Kompaktmodells Mazda 3 ist äußerlich nur an geringen Retuschen wie veränderten Stoßfängern von ihrem Vorgänger zu unterscheiden.
Markentreue Kunden dürften diese Kontinuität zu schätzen wissen. Der Mazda 3, einst als 323 gestartet und weltweit über drei Millionen Mal verkauft, ist kein Blender. Optisch trotz einer zerklüftet gestalteten Bugpartie durchaus ansehnlich und sportlich konturiert, überzeugt der japanische Golf-Rivale mit Tugenden, die gerade in Deutschland Zuspruch finden: Das sind eine äußerst solide Verarbeitung und als dessen Ergebnis ein hohes Maß an Zuverlässigkeit und Wertstabilität.
Diese Eigenschaften unterstreicht der Mazda 3 in einer Variante, die ökonomisch denkende Käufer in die engere Wahl ziehen sollten. Kernig in der Akustik, spontan im Antritt und elastisch in allen Drehzahlbereichen: So stellt sich der Dieselmotor mit 1,6 Liter Hubraum als angenehme Kraftquelle vor. Erstaunlich ist die Agilität des Turboantriebs: Der mit 85 kW/115 PS maßvoll dimensionierte Selbstzünder erweist sich als völlig ausreichend, um im Stadtverkehr oder auf der Autobahn zügig unterwegs zu sein. Der Durchschnittsverbrauch, den der Hersteller mit 4,3 Litern auf 100 Kilometern angibt, erweist sich jedoch als Wunschwert. Realistisch und immer noch zufriedenstellend sind 5,5 Liter.
Mit einer Länge von 4,46 Meter stößt der Mazda 3 an die Grenzen der Mittelklasse. Von diesen Ausmaßen profitieren die Fond-Passagiere nicht. Auf den hinteren Plätzen geht es eher beengt zu. Vorn sitzt man dagegen straff und bequem. Das Cockpit ist funktional, die Navigation mit dem Tom-Tom-System allerdings gewöhnungsbedürftig.
Bei der Auswahl der Materialien hat sich Mazda um mehr Hochwertigkeit bemüht. Alt-Kunden mögen das bestätigen. Alles ist sauber verarbeitet und strahlt Zuverlässigkeit aus, aber es fehlt der Touch des Gediegenen, trotz Chromeinfassungen und weniger Hartplastik. Die Differenz zum Platzhirsch Golf ist noch fühlbar.
Der Mazda 3 ist eine risikolose Wahl. Der aktuelle Feinschliff haben die Aerodynamik, die Laufruhe und die Agilität noch einmal verbessert. Ein Preis-Schnäppchen ist der kompakte, bestens ausgestattete Japaner allerdings nicht. So viel Selbstbewusstsein kann er sich längst leisten.
Typenblatt: Mazda 3 Fünftürer, 1,6 l MZ-CD: Länge/Breite/Höhe (in m): 4,46/1,76/ 1,47; Kofferraum: 340 bis 1360 Liter; Motorisierung: 1,6-Liter-Diesel-Motor mit 85 kW/115 PS, Höchstgeschwindigkeit: 186 km/h, Normverbrauch: 4,3 Liter auf 100 km, CO2-Ausstoß: 115 g/km; Preise ab 21.390 Euro.