Blick auf die Baustelle des Archäologiemuseums an der Brückenstraße: Die Absperrungen auf dem Vorplatz sollen verschwinden, mehr Raum für Radfahrer, Fußgänger, Grün, Schaukästen und Bänke entstehen. 
Blick auf die Baustelle des Archäologiemuseums an der Brückenstraße: Die Absperrungen auf dem Vorplatz sollen verschwinden, mehr Raum für Radfahrer, Fußgänger, Grün, Schaukästen und Bänke entstehen.

Foto: Ronny Rozum

Brückenstraße: Weniger Spuren in Etappen

Straßenführung vor Archäologiemuseum wird Modellprojekt für Reduzierung von Fahrspuren

Chemnitz. Passanten sollen das Gelände vor dem künftigen Landesarchäologiemuseum hindernisfrei überqueren können. Das sieht das Konzept der Stadtverwaltung vor, über das die Stadträte im Planungs-, Bau- und Umweltausschuss am nächsten Dienstag erstmals öffentlich diskutieren. Der Entwurf sieht sowohl die Neugestaltung des Areals vor dem früheren Schocken-Kaufhaus vor, als auch der Brückenstraße zwischen Bahnhofstraße und Straße der Nationen. Das Projekt soll in zwei Abschnitten verwirklicht werden:

 

1. Schocken-Vorplatz und Brückenstraße Richtung Straße der Nationen: Im Frühjahr wird zunächst der Schocken-Vorplatz neu gestaltet. Auf der Brückenstraße wird zudem eine Fahrspur zwischen Bahnhofstraße und Straße der Nationen reduziert - das erste Vorhaben dieser Art in der Stadt, ehe der Verkehr auf der Theaterstraße voraussichtlich ab 2016/17 ebenfalls nur noch zweispurig rollen könnte. Auf dem freiwerdenden Raum entstehen unter anderem Parkplätze. Die Kosten für diese acht Monate dauernde Etappe belaufen sich auf 1,1Million Euro, die Hälfte davon soll aus Fördertöpfen fließen.

Noch im Herbst will die Bauverwaltung die Arbeiten für diesen Abschnitt ausschreiben, damit der Umbau im Frühjahr 2012 startet und vor der Eröffnung des Museums voraussichtlich 2013 abgeschlossen wird. Dabei werden sämtliche störende Sperrgitter und oberirdische Kabelverteiler auf dem Museums-Vorplatz abgebaut. Den Weg zu den Eingängen sollen Schau-Vitrinen mit transparenter Hülle weisen. Darin werden Exponate präsentiert. Hinzu kommen Betonbänke mit Schriftzügen, die auf das Museum hinweisen. Der auffällige blaue Farbton der Strom-Masten wird durch Grau, ähnlich dem Farbton in der Brückenstraße, ersetzt. Die Platten zwischen den Bahngleisen am Schocken werden gegen Steine mit der gleichen Oberfläche getauscht, wie sie auf dem gesamten Vorplatz verlegt werden. Die Straßenbahnhaltestelle am Verlagshaus der "Freien Presse" in der Brückenstraße erhält einen zweiten Zugang ohne Ampel. Damit entfallen für Fahrgäste die bislang langen Umwege.

Nach Gesprächen mit Verantwortlichen und Bauherren des Museums, Anliegern, dem Schocken-Eigentümer GGG und dem Kuratorium Stadtgestaltung empfiehlt die Stadtverwaltung eine Reduzierung der Fahrspuren auf der Brückenstraße in zwei Etappen. In jede Richtung soll es am Ende noch eine Spur für die stündlich jeweils etwa 900Fahrzeuge geben. Die Planer versprechen sich davon nicht nur eine bessere Gestaltung im Interesse von Fußgängern und Radfahrern, sondern auch neue Parkplätze für Anlieger.

Während der Arbeiten am Schocken-Vorplatz und auf der Brückenstraße Richtung Straße der Nationen soll daher bereits untersucht werden, wie der Verkehrsfluss auch in der umgekehrten Fahrtrichtung verändert werden kann. Dafür müsse die komplizierte Schaltung der Ampel verbessert werden, erklärt Tiefbauamtsleiter Bernd Gregorzyk. Es gehe um den Knoten Bahnhof-/Brückenstraße: "Durch die Reduzierung der Spur können weniger Autos die Kreuzung passieren. Wir wollen die Ampel nun so schalten, dass sie mehr Autos durchlässt, sodass der Verlust der Fahrspur teilweise ausgeglichen wird."

 

2. Brückenstraße Richtung Bahnhofstraße: Die Überarbeitung des Ampel-Schaltplanes ist laut Gregorzyk eine "komplexe verkehrstechnische Untersuchung". Da sie längere Zeit in Anspruch nimmt, werde der gesamte zweite Bauabschnitt vorerst zurückgestellt. Die Stadträte im Planungsausschuss entscheiden daher kommende Woche zunächst lediglich über den ersten Abschnitt des Projektes, so Gregorzyk: "Ob und wann der zweite Abschnitt geplant wird, hängt von den Ergebnissen der verkehrstechnischen Untersuchung ab." Durch den Wegfall einer Fahrspur auf der Brückenstraße vor dem Schocken-Kaufhaus könnten auf der freiwerdenden Fläche auf einer Gesamtlänge von etwa 67 Metern neun Pkw-Längsparkplätze sowie ein Behindertenstellplatz entstehen.

 
erschienen am 24.08.2011 ( Von Grit Baldauf )
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