Seine Freude steckt an. Das bunte Laub sollte nicht nur die Kleinsten zum Aufenthalt und zum Toben im Freien verleiten.Foto: Fotolia
Buntes vertreibt trübe Gedanken
Der Herbst gilt bei vielen als dunkle, graue Saison, doch hat gerade diese Jahreszeit viel Freundliches und Farbiges
Chemnitz. Wenn im Herbst die Tage wieder kürzer werden, sollte man jede Gelegenheit nutzen, um Frischluft und Sonne zu tanken, denn das ist die beste Medizin gegen schlechte Laune und Trübsal. Obwohl der Herbst sich derzeit von seiner sonnigsten und freundlichsten Seite zeigt, sind zahlreiche Menschen niedergeschlagener und antriebsloser als im Sommer. Der Grund für die oft wackelige Gemütslage im Herbst ist vor allem fehlendes UV-Licht, berichtet die Central-Krankenversicherung. Denn die Zeit des intensivsten Sonnenscheins verbringen viele Berufstätige in geschlossenen Räumen.
Melatonin macht müde
Bei Dunkelheit, die nun wieder früher einsetzt, schüttet die Zirbeldrüse des Gehirns das Hormon Melatonin aus, das schlaffördernd wirkt und auf die Stimmung drückt. Zudem wird die Produktion des Glücksbotenstoffs Serotonin durch Lichtmangel gebremst, weiß Dr. Hermann Johenning, Gastroenterologe und Ernährungsmediziner am Diagnostik-Zentrum Fleetinsel in Hamburg. Fehlt dem Körper Serotonin, steigt das Risiko einer seelischen Unzufriedenheit. Jahreszeitenabhängige Stimmungstiefs können in unterschiedlicher Intensität auftreten, sodass die Betroffenen beispielsweise am liebsten im Bett liegen bleiben würden und oft unter Heißhungerattacken leiden, so Johenning.
Glücksbotenstoffe essen
Doch die Produktion von Serotonin kann man auch durch kluge Lebensmittelauswahl fördern. Wer die Küchengeheimnisse dahinter kennt und diese in die dunkle Jahreszeit integriert, kann dem berüchtigten Herbsttief ein Schnippchen schlagen. Wer die kommenden Wochen also möglichst ohne Verstimmungen und Figurprobleme, aber mit kulinarischen Hochgenüssen erleben möchte, kann sich helfen: Mit Mood Food - das ist Essen, was die gute Laune fördert. Schließlich kann Nahrung mehr, als nur den Hunger zu stillen.
Sobald der Körper den Eiweißbaustein Tryptophan aufnimmt, bildet das Gehirn Serotonin, erklärt Dr. Johenning. Zu den Lebensmitteln, die viel Tryptophan aufweisen, gehören unter anderem Fleisch und Fisch, Getreide, Nüsse, Hülsenfrüchte, Steinpilze sowie Käse, Quark und Joghurt. Produkte also, die gut schmecken, aber keine Kalorienbomben sind. Denn wahlloses Futtern von süßen Snacks - vor allem von Schokolade - und fettreichen Imbissen ist nicht empfehlenswert. Ist es auf dem Teller ausgewogen, haben im Kopf trübe Gedanken weniger Platz und der Zeiger der Waage bleibt am rechten Ort.
Muntermacher Bewegung
Neben allen Ernährungstipps sollten Menschen, die zu Niedergeschlagenheit im Herbst und Winter neigen, sich täglich 30 Minuten draußen bewegen: Sei es beim Spaziergang, beim Joggen oder Radfahren, denn das beugt einem Stimmungstief vor, rät der Experte. Der Körper tankt das nötige UV-Licht, zudem schüttet er bei Sport und Bewegung Endorphine aus, die zu einem Rundum-Wohlgefühl beitragen.
Moderater Sport stärkt das Immunsystem und beugt Erkältungen vor. Wer während der dunklen Jahreszeit weiter im Freien trainieren möchte, sollte Ausrüstung und Pensum den Witterungsverhältnissen anpassen. "Funktionskleidung ist jetzt besonders wichtig, da sie den Schweiß von innen nach außen weiterleitet und Feuchtigkeit von außen abweist", rät Dr. Ursula Marschall. Die Leiterin des Kompetenzzentrums Medizin bei der Barmer/ GEK empfiehlt außerdem das sogenannte Zwiebelprinzip, also mehrere Lagen leichter Funktionskleidung übereinander. Die Luft dazwischen dient als Wärmepuffer und verhindert das Auskühlen.
Sehen und gesehen werden
Wegen der schlechten Sichtverhältnisse sollten Läufer in der dunklen Jahreszeit zum einen gut beleuchtete Strecken wählen und zum anderen zu heller Kleidung mit Reflektoren greifen. Zusätzliche Sicherheit bieten eine Stirnlampe oder ein Blinklicht zum Anstecken. Auch Laufschuhe kann man mit Reflektoren ausstatten. "Um Unfälle zu vermeiden, sind Laufschuhe mit einem guten Profil zu empfehlen, sie verhindern ein Ausrutschen auf herab gefallenen Blättern", so Marschall. Bei Kälte ist es wichtig, die Muskulatur vor dem Training gut aufzuwärmen: also langsam lostraben und das Tempo dann steigern. Außerdem sollten Läufer bei niedrigen Temperaturen ihre Dehnübungen nach dem Lauf in die Wohnung verlegen, um den verschwitzten Körper nicht der Kälte auszusetzen. Eine warme Dusche oder ein Bad im Anschluss an das Training lockern die Muskeln und entspannen Körper und Geist. Die Vielfalt ätherischer Öle steigert das Wohlgefühl. Man kann sie in Duftlämpchen oder als Badezusatz verwenden. (sw/dapd)