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Clemens Meyer gönnt sich ein bisschen Stimulanz beim Schreiben

Mit etwas Alkohol in Schwung

Berlin/Leipzig (ddp-lsc). Der Schriftsteller Clemens Meyer bringt sich beim Schreiben manchmal mit etwas Alkohol in Schwung. "Früher dachte ich, das geht gar nicht. Leider bin ich davon ein bisschen abgekommen", sagte der 1977 in Halle an der Saale geborene Autor der "Berliner Zeitung". "Als wir träumten" habe er noch ganz nüchtern geschrieben, bei "Die Nacht, die Lichter" habe er dann gemerkt: "Ein bisschen Stimulanz tut gut." Bei seinem gerade erschienenen dritten Buch, "Gewalten. Ein Tagebuch", "war es mehr, aber nicht so viel, dass ich betrunken gewesen wäre". Wenn man intensiv arbeite, dürfe man nicht betrunken sein. "Texte, die so entstanden sind, müssen am nächsten Tag zur Hälfte verworfen werden", sagte Meyer,

Nachdem er den ersten Text für sein neues Buch geschrieben hatte, habe er eine lange Pause eingelegt und gar nichts getan, nur auf dem Sofa gelegen. "Da machten sich schon alle Sorgen. Immerhin waren die Verträge unterschrieben, das gezahlte Geld war schon fast ausgegeben", sagte der in Leipzig lebende Schriftsteller. Er habe die Zeit aber gebraucht, "um die Geschichten reifen zu lassen".

Auch wenn es viele Künstler nach Berlin ziehe, werde Leipzig sein Lebensmittelpunkt bleiben, sagte Meyer. "Hier ist meine Wohnung. Mein Archiv. Meine Heimat...Und überhaupt: Man muss ja auch die Region stärken. Alle wollen nach Berlin? Allein deshalb muss ich hierbleiben."

(ddp)

 
erschienen am 17.03.2010
 
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