Delta Barth-Geschäftsführerin Annett Barth Delta Barth-Geschäftsführerin Annett Barth (l.) im Gespräch mit Mitarbeitern Marlen Burkhard.

Foto: Andreas Seidel

Computer soll das Papierchaos ersetzen

Die Firma Delta Barth Systemhaus aus Limbach-Oberfrohna

Limbach-Oberfrohna. Die Verwaltung der Angestellten in einem Unternehmen ist bereits ein riesiger Aufwand. Aber was ist mit den Maschinen, mit den Werkzeugen, mit den Feuerlöschern - also mit all denjenigen Geräten, die täglich benutzt oder im Notfall dringend gebraucht werden? Einfach ist das nicht. Denn selten melden sich die Geräte von selbst, wann sie gewartet und kontrolliert werden müssen.

Und genau hier kommt die Computersoftware Deleco IMS ins Spiel. Das Programm gibt dem Verantwortlichen ein Signal, sobald die Kontrolle des Feuerlöschers ansteht. Es warnt den Ingenieur, sobald eine an den Computer angeschlossene Maschine Probleme macht. Und es sagt dem Servicetechniker, wann ein defektes Werkzeug zuletzt gewartet wurde und welche Ersatzteile benötigt werden - und das alles auf einem Bildschirm. Der Sachbearbeiter muss keine riesigen Aktenberge und Terminkalender mehr durchforsten.

Entwickelt wurde Deleco IMS vom Softwareunternehmen Delta Barth Systemhaus aus Limbach-Oberfrohna, an dessen Spitze eine Frau die Entscheidungen trifft. Annett Barth ist als Geschäftsführerin für 49 Softwareexperten und Assistenten verantwortlich. Die 32-Jährige hat seit diesem Jahr offiziell die Nachfolge ihres Vaters und Firmengründers Andreas Barth angetreten, der sich jetzt mehr um strategische Belange der Firma kümmern kann.

Trotz ihres Familienbonus' habe sie sich im Unternehmen erst beweisen müssen, betont die Wirtschaftsjuristin, die nach ihrem Studium in Augsburg und München in die sächsische Kleinstadt zurückgekommen ist. "Ich habe hier ganz normal im Vertrieb angefangen." Zwar sei es am Anfang schwierig gewesen, sich als Frau in einer von Männern dominierten Branche durchzusetzen. Aber da sie auf die Bedürfnisse der Kunden gut eingehen konnte, habe sie ihnen die Vorteile der Programme nahebringen können.

Mit einer Vielzahl von Softwarelösungen für verschiedene Betriebsabläufe konkurriert Delta Barth Systemhaus auf einem heiß umkämpften Mark, auf dem Weltkonzerne wie SAP und Oracle mitspielen. Der Vorteil von ihrem vergleichsweise kleinen Unternehmen sei, dass man auf Augenhöhe mit klein- und mittelständischen Unternehmen spricht, sagt Annett Barth. Auch komme ein Großteil der Konkurrenz aus dem Bereich der Finanzbuchhaltung und könne deshalb die industrielle Seite schlechter verstehen und abbilden, fügt sie hinzu.

Was die große Konkurrenz eher kann: Höhere Löhne zahlen. Und das ist gerade in Zeiten des Fachkräftemangels ein wichtiger Faktor. Die Anzahl der Bewerber sei bei Delta Barth zwar zurückgegangen, bisher könne man den Bedarf an gut ausgebildeten Informatikern aber gut decken. "Als Familienunternehmen können wir ein gutes Betriebsklima bieten, alles läuft persönlicher ab", nennt Annett Barth die Vorteile für ihre Angestellten. Zudem könnten junge Fachkräfte sehr schnell Positionen mit Verantwortung übernehmen. "Die wichtigste Führungskraft nach unserem Entwicklungschef ist 31 Jahre alt. Der Altersschnitt im Unternehmen liegt bei 34 Jahren."

Dass ihr Unternehmen auf dem richtigen Weg sei, belegten die erfolgreichen Geschäftsabschlüsse. Außerdem gebe es mehrmals pro Jahr Übernahmeangebote von der Konkurrenz, sagt Annett Barth. Wer dahintersteckt, wisse sie aber nicht. "Meist sind es Dritte, die sich im Auftrag des eigentlichen Interessenten an uns wenden." Aber ein Verkauf ihrer Firma kommt für sie nicht infrage. Stattdessen plant die Mutter eines kleinen Sohnes bis in ferne Zukunft. In 20 Jahren solle das Unternehmen neben den jetzigen Niederlassungen in München und Stuttgart Niederlassungen in Köln, Berlin und Hamburg haben. Zudem soll auf dem Gebäude an der Ludwig-Richter-Straße noch eine weitere Etage aus Glas entstehen, wünscht sich die Geschäftsführerin. "Und bis dahin planen wir, jedes Jahr qualifizierte und motivierte Mitarbeiter einzustellen."

 
erschienen am 14.04.2011 ( Von Christian Mathea )
© Copyright Chemnitzer Verlag und Druck GmbH & Co. KG
 
Kommentare
0
(Anmeldung erforderlich)

 
 
 
Artikel weiter empfehlen
per E-Mail per Bookmark
 
Facebook Teilen   Twittern