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Friedrich Ani schickt erneut den "Seher" auf Mördersuche
Friedrich Ani schreibt Krimis, in denen die Helden nicht wirklich welche sind. Schlimmer noch: Irgendwie haben diese Männer ein Trauma, das sie mit sich herumschleppen. In der Reihe "Tabor Süden und ..." ist der Ermittler in der Münchener Vermisstenstelle ein vereinsamter Melancholiker, ein grübelnder Wolf unter lauter Jägern. Mit Polonius Fischer hat Ani schließlich außerdem einen ehemaligen Mönch in drei Romanen auf Mördersuche geschickt; einschließlich der damit verbundenen esoterischen Weltbetrachtungen.
Und dann gibt es seit einigen Jahren noch Jonas Vogel - dieser Mann ist blind, ein Ermittler im Dienst der Polizei bleibt er trotzdem. Diese Krimireihe hat der Autor mit "Der Seher" überschrieben. Der dritte Roman ist jetzt mit dem Titel "Die Tat" schienen. Das Gesamturteil vorneweg: So kann nur Friedrich Ani einen Krimi schreiben, seine Fans werden dieses Buch lieben.
Sonja Piers ist ermordet worden, mit einer Kordel aus Seide erwürgt. Wegen dieses Tatwerkzeugs scheint klar zu sein: Es gibt einen Serienmörder in der Stadt, der sich ohne einen erkennbaren Zusammenhang seine Opfer sucht. Davon geht die Polizei aus, auch Max Vogel.
Der Sohn des "Sehers" jedoch hat plötzlich Zweifel, weil sich der Ehemann und der Sohn der Ermordeten in Widersprüche verwickeln. Als dann ein Zeuge auftaucht, der die Frau kurz vor ihrem Tod mit einem fremden Mann gesehen haben will, drängt sich der Verdacht unweigerlich auf: Alle Beteiligten lügen - und niemand weiß warum. Jetzt ist der "Seher" gefragt, nur Jonas Vogel besitzt diese Gabe hinter die psychologischen Kulissen von Zeugen, Verdächtigen und Täter zu schauern. Und der "Seher" erkennt: Nichts ist so, wie es zu sein scheint. Der wirkliche Mörder hat ein Motiv, das schrecklicher kaum sein kann.
Friedrich Ani: Die Tat. Dtv. 7,95 Euro. ISBN 9783423211987.