Mehr Sprt die Männer, eine Diät die Frauen: Etwas für den Körper zu tun, gehört zu den Klassikern bei den Neujahrs-Vorsätzen...Foto: Ulf Dahl/ Archiv
Durchhalten bei guten Vorsätzen
Realistische Ziele setzen - Innere Bereitschaft wichtig
Mehr Sport, viel Zeit für die Familie, weniger Süßigkeiten oder das Rauchen endgültig aufgeben: Fast jeder hat zu Silvester schon einmal gute Vorsätze gefasst - und kurz darauf gebrochen. Doch mit Durchhaltevermögen kann man die angestrebten Veränderungen verwirklichen.
Für das neue Jahr haben sich die meisten Bundesbürger wieder etwas vorgenommen, offenbar wollen es nur die wenigsten ganz ohne gute Vorsätze beginnen. Bei den Männern steht seit Jahren die Absicht, mehr Sport zu treiben hoch im Kurs. Auch wollen sie endlich mehr Zeit mit der Familie verbringen. Die befragten Frauen nehmen sich hingegen häufig vor, zufriedener zu leben sowie öfter mal "nein" zu sagen. Auch eine Diät durchzuhalten, tählt zu den kalssischen Neujahrsvorsätzen der Frauen.
...sich das Rauchen abzugewöhnen gehört zu den am häufigsten gebrochenen.Foto: Ulf Dahl/ Archiv
Damit das mit dem Durchhalten der guten Vorsätze auch wirklich klappt, raten Psychologen dringend, sich nicht zu viel auf einmal vorzunehmen. "Am besten sucht man sich eine einzige Sache aus", sagt die Psychologin Birgit Mauler von der Christoph-Dornier-Klinik für Psychotherapie in Münster. Dadurch steige die Wahrscheinlichkeit, dass man den Vorsatz dann auch wirklich in die Tat umsetzen könne. Dabei sollte es sich dann aber auch um einen Bereich handeln, in dem man wirklich den Wunsch habe, sein Verhalten zu ändern. "Man muss es wirklich selbst wollen und nicht, weil die anderen es wollen." Außerdem sei es wenig ratsam, sich von Modeerscheinungen treiben zu lassen, betont Mauler. Vielmehr sollte man sich genau überlegen: Was verspreche ich mir von der Verhaltensänderung, was möchte ich erreichen "und das Ganze dann so konkret wie möglich formulieren" - beispielsweise: Ab diesem Jahr mache ich zweimal in der Woche Sport - dazu zähle ich Schwimmen, Joggen und Fahrradfahren. Oder: Wenn man weniger Alkohol trinken will, überlegt man sich, wie viel und zu welchen Gelegenheiten man sich ein Gläschen gönnen will. Dabei sei es durchaus sinnvoll, das Vorhaben schriftlich zu fixieren.
Man sollte allerdings unbedingt realistisch bleiben und sich nur Dinge vornehmen, die man auch wirklich bewältigen kann. Ist es auf Grund einer momentanen beruflichen Belastung beispielsweise unrealistisch, zwei Mal pro Woche Sport zu treiben, sollte man es zunächst bei einem Mal belassen, rät Mauler. Damit vermeide man, "in die Misserfolgsfalle" zu tappen. Das Pensum erhöhen könne man dann später immer noch.
Zudem sind genaue Überlegungen wichtig, wie sich das Ziel am besten erreichen lasse: So könnten sich manche Sportwillige zum Training verabreden oder bereits am Vortag die Sportklamotten rauslegen. Oder man kann einen zunächst unangenehmen neuen Vorsatz mit einer angenehmen Gewohnheit verbinden - zum Beispiel im Anschluss an den Sport die geliebte Kaffeepause legen. "Vor allem aber sollte man möglichst vielen Leuten davon erzählen", rät Mauler. Dadurch erhöhe sich der Druck von außen, auch wirklich durchzuhalten. Um die Übersicht zu behalten, raten einige Experten, Buch über die persönlichen Erfolge zu führen. Das kann man zum Beispiel mit einem geheimen Zeichen im Kalender machen. Hat man einmal einen Durchhänger, besteht nämlich so die Möglichkeit, sich einen Überblick über das zu verschaffen, was schon geschafft ist. Nach einem Verstoß gegen die eigenen Regeln gleich zu verzweifeln und das Handtuch zu werfen, sollte man tunlichst vermeiden. "Wenn ein Ausrutscher passiert, nicht den Mut verlieren", empfiehlt die Psychologin. Vielmehr sollte man sich von vornherein klar machen, dass solche Hänger passieren und diese einkalkulieren. (LU)