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Gehirn profitiert von körperlicher Fitness
Kraft- und Ausdauertraining halten bis ins hohe Alter fit
Köln (ddp). Fit bleiben bis ins hohe Alter - Sportwissenschaftler raten Senioren, regelmäßig die Muskeln spielen zu lassen. "Mit einem Kraft- und Ausdauertraining kann man viele Krankheiten und Gebrechen hinauszögern und lange selbstständig bleiben", sagt Professor Heinz Mechling, Leiter des Instituts für Bewegungs- und Sportgerontologie an der Deutschen Sporthochschule Köln. Denn schon ab 30 Jahren verliere der Mensch pro Jahrzent bis zu zehn Prozent Muskelmasse - bis zum 80. Lebensjahr kann der Schwund bei 50 Prozent liegen - Kraft, die dann für das Tragen von Einkaufstüten, bei der Arbeit im Haushalt oder beim Duschen fehle. Bewegung stärke laut Mechling die Muskulatur und reduziere das Risiko von Stürzen und Knochenbrüchen. Gleichgewichtssinn, Beweglichkeit und Koordination würden zudem geschult, sagt der Experte.
Männern und Frauen, die nicht sehr durchtrainiert sind, empfiehlt Heinz Mechling ein moderates Training - ruckartige, die Gelenke stark belastende Bewegungen bei Aerobic oder Tennis seien dann eher ungünstig. "Wichtig ist, dass die Sportart Spaß macht, dann betreibt man sie auch regelmäßig." Am beliebtesten bei der silbernen Generation sind Wandern, Nordic Walking, Gymnastik, Kegeln sowie Schwimmen, Aqua-Aerobic, aber auch Radfahren - wenn man sich noch sicher fühlt.
Im Idealfall sollten Senioren laut Mechling drei bis fünf Mal die Woche trainieren, zwischen 30 bis 60 Minuten bei einer Belastung von 60 Prozent. Mechling: "Wer also zum Beispiel eine maximale Herzfrequenz von 160 hat, der sollte bei einer Herzfrequenz von 96 trainieren." Wer lange sportlich pausiert hat, dem rät der Sportwissenschaftler zu einem Gesundheitscheck mit Belastungs-EKG und Gelenkuntersuchungen. "Ein zusätzlicher Fitnesscheck in Sportinstituten von Universitäten kann sinnvoll sein, wenn man noch nie sportlich aktiv war und seine Kraft, Motorik und Ausdauer kontrollieren lassen will", sagt der Experte.
Positive Ergebnisse aufgrund von Krafttraining bei älteren Menschen kann die Kölner Sportgerontologie mit ihrem Programm "Fit für 100" vorlegen. Das Spezialtraining habe laut Mechling zum Teil Kraftzuwächse im Muskelbereich von bis zu 50 Prozent ergeben. Hier erhalten die Senioren zum Training spezielle mit Einschubtaschen ausgestatte Manschetten, die fein dosiert mit Gewichten bestückt wurden. Daher empfiehlt der Forscher auch ein Krafttraining an Geräten im Fitnessstudio, die gezielt die Muskulatur - insbesondere Schultern, Rücken, Arme und Beine aufbauen. Heinz Mechling: "Wer nicht ins Studio mag, der solle sich erkundigen, ob in der Seniorengymnastikgruppe vor Ort auch Krafteinheiten mit Hanteln oder Bändern angeboten werden."
Auch das Gehirn profitiert von körperlicher Fitness. "Wer sich regelmäßig bewegt, steigert seine Konzentrationsfähigkeit, weil das Gehirn besser mit Sauerstoff versorgt und gut durchblutet wird", sagt Mechling. Es gäbe zudem Hinweise, dass sich Nervenzellen auch noch bis ins hohe Alter neu bilden können, wenn auch langsamer und spärlicher als bei jungen Menschen.
(ddp)